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Sammler fand seine Uhren im Internet wieder

Gericht : Gestohlene Luxus-Uhren an Kö-Juwelier verkauft

55-Jähriger wurde vom Richter wegen Hehlerei zu 18 Monaten Haft verurteilt. Der größte Teil der Beute wurde gefunden.

Nur eine Viertelstunde hatte ein Uhrensammler 24 seiner kostbarsten Stücke allein im Auto gelassen. Als der 72-Jährige wiederkam, war die Scheibe seines Wagens eingeschlagen. Von den Luxus-Zeitmessern im Wert von rund 45 000 Euro, darunter viele kostbare Unikate, fehlte jede Spur. Als der Rentner wenige Tage später im Internet stöberte, traute er seinen Augen nicht. Denn dort wurden die Uhren von einem Juwelier an der Königsallee angeboten. Ein 55-Jähriger hatte das Diebesgut dort vier Tage nach der Tat für 20 000 Euro verkauft. Am Donnerstag musste sich der Mann wegen Hehlerei vor dem Amtsgericht verantworten.

Wie der Sammler erklärte, besuche er manchmal einen Antikmarkt in Marl, weil dort viele außergewöhnliche Uhren angeboten würden. Seinen Wagen hatte der 72-Jährige in einem Parkhaus abgestellt und die Uhren dort unter dem Beifahrersitz liegen lassen. Möglicherweise ist er dabei beobachtet worden.

Der Angeklagte, der vielfach vorbestraft ist, verweigerte die Aussage. Redseliger war er, als er dem Juwelier die Uhrensammlung aufschwatzte. Wie der Kö-Juwellier berichtete, habe der 55-Jährige ihm erklärt, im Ausland einen Brillanten verkauft zu haben. Ein Teil des Preises sei mit den Uhren bezahlt worden. Die Geschichte glaubte der Juwelier. Der Geschäftsmann betonte zudem, dass er nur „seriöse Geschäfte“ machen.

Der Amtsrichter war sicher: Der Angeklagte wusste, dass es sich um gestohlene Uhren handelte. Er wurde zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Von den Sammlerstücken hat der Rentner inzwischen 16 zurück bekommen. si