Sabine Schmidt (CDU): „Schadowstraße nicht als reine Fußgängerzone“

Sabine Schmidt (CDU): „Schadowstraße nicht als reine Fußgängerzone“

Sabine Schmidt hat Bedenken bezüglich der Pläne für die Einkaufsstraße.

Düsseldorf. Im zentralen Bezirk 1 spielen sich viele Projekte von gesamtstädtischer Bedeutung ab. Bezirksvorsteherin Sabine Schmidt (CDU) sagt im WZ-Gespräch, was im kommenden Jahr ansteht.

Frau Schmidt, was wird im nächsten Jahr im Bezirk 1 wichtig?

Sabine Schmidt: Natürlich wird uns die Schadowstraße beschäftigen. Eine Entscheidung darüber, wie sie nach der Umgestaltung aussehen soll, ist ja noch nicht gefallen, wir warten auch noch auf die Auswertung der Bürgerbeteiligung. Ich muss sagen, ich bin noch immer etwas zwiegespalten, was die Idee einer Fußgängerzone anbetrifft.

Wieso?

Schmidt: Ich habe Angst, dass die Straße abends sehr unbelebt sein wird, wenn kein Verkehr mehr fließt. Gastronomie dort anzusiedeln wird sehr schwierig, weil die Mieten für Wirte kaum bezahlbar sind. Das zeigen auch Beispiele wie die Fußgängerzone in Frankfurt, die als Vergleichsprojekt vorgestellt wurde. Als weiteres Problem würde ich Radfahrer in einer Fußgängerzone sehen, das führt zu Konflikten. Deshalb ist mein Fazit: Vielleicht sollten wir Verkehr in gewissem Umfang erlauben.

Ein Stück weiter wird auf dem Wehrhahn die Tunnelrampe das Straßenbild ändern ...

Schmidt: Auch über dieses Thema müssen wir dringend reden. Durch die Rampe geht in diesem Abschnitt viel Platz verloren. Ich bezweifle daher, dass hinterher noch genügend Platz für Autos, Radfahrer und Parkplätze entlang der Straße bleibt. Dazu kommt die Frage: Wo schaffen wir Querungsmöglichkeiten für Fußgänger? Auf beiden Seiten ist Gewerbe, die Geschäfte sind auf gute Erreichbarkeit angewiesen.

Wie sieht es mit dem Wohnungsbau aus?

Schmidt: Der einstige Derendorfer Güterbahnhof wird sich weiter entwickeln, da ist alles im Zeitplan. Unklarheiten gibt es dagegen beim Gelände hinter der künftigen Fachhochschule, wo günstiger Wohnraum entstehen soll. Hier ist das Land als Eigentümer gefragt, genauso wie auf der Ulmer Höh’. Hier kann es als Eigner seinen Beitrag leisten, indem es beim Verkauf der Grundstücke Entgegenkommen zeigt.

Zuletzt gab es Diskussionen über die Zahl der Wohnungen dort. Die SPD sieht noch Raum für Verdichtung. Sie auch?

Schmidt: Man sollte es nicht übertreiben und alles zubauen. Möglichkeiten sehe ich an den Eckgrundstücken, dort könnten die Gebäude etwas höher werden.

Die Innenstadt ist schon lange mit Baustellen geplagt — ist ein Ende abzusehen?

Schmidt: Im kommenden Jahr wird es wohl noch keine wesentlichen Erleichterungen geben. Ich habe aber das Gefühl, dass die meisten Leute sich inzwischen damit arrangiert haben. Auf jeden Fall kommen weniger Beschwerden als zu Beginn.

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