S-Bahnhöfe in erbärmlichem Zustand

S-Bahnhöfe in erbärmlichem Zustand

Der VRR stellt den Stationen ein mieses Zeugnis aus. Es gibt auch Sicherheitsdefizite.

Düsseldorf. Die meisten S-Bahnhöfe in der Stadt sind in einem erbärmlichen Zustand. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in seinem Stationsbericht 2010. So genannte Profitester haben zum vierten Mal den Zustand, die Ausstattung und das Erscheinungsbild von 296 VRR-Stationen unter die Lupe genommen.

Während in der Gesamtregion „nur“ 23 Prozent aller Bahnhöfe mit der Bewertung „nicht akzeptabel“ durchfallen, sind es in Düsseldorf 15 von 25 — also 60 Prozent. Nur der Hauptbahnhof, Flughafen, Flughafen-Terminal und Hamm bekommen gute Noten. Ein mieses Zeugnis stellen die Tester folgenden S-Bahn-Stationen aus: Völklinger Straße, Benrath, Bilk, Derendorf, Eller-Mitte, Eller-Süd, Flingern, Friedrichstadt, Garath, Gerresheim, Hellerhof, Oberbilk, Unterrath, Volksgarten, Wehrhahn.

Warum Bahnsteige und Zugänge beispielsweise in Rath und Rath-Mitte mit einem blauen Auge und der Bewertung „noch akzeptabel“ davonkommen, dürfte allerdings das Geheimnis der VRR-Inspizienten bleiben: Allein die Wartehäuschen in Rath-Mitte dürften selbst den hartgesottensten S-Bahn-Pendler erschaudern lassen.

Selbst mit einem ölverschmierten Blaumann würde sich hier niemand niederlassen. Rattenfallen alle 50 Meter bestätigen das Gesamtbild. Nur eine Station weiter in Rath gibt es akute Sicherheitsprobleme an den Zugängen: Weggebrochene Plattenstücke machen die Treppe von der Endstation der Straßenbahnlinie 701 zu einer gefährlichen Stolperfalle. Zugängliche Stromkabel und abgeplatzte Fliesen ergänzen das marode Bild und sind ein Beleg dafür, dass Bahnhöfe nicht nur von Randalierern verunstaltet, sondern auch sich selbst überlassen werden.

Graffiti-Schmierereien und zerstörte Scheiben in Derendorf Dass Zerstörung vermutlich dennoch die häufigste Ursache ist, zeigt sich beispielsweise in Derendorf: Graffiti-Schmierereien, zerbrochene Glasscheiben am Aufzug und ein fast vollständig abgerissener Entwerterkasten für Fahrkarten zeigen das Gewaltpotenzial.

Bahnsprecher Udo Kampschulte: „Gegen Vandalismus ist nun mal kein Kraut gewachsen.“ Auch die Videoanlage am Bahnhof hat die Täter nicht gebremst. Bis zum ESC wird sich dieses Bild nicht korrigieren lassen. Kampschulte: „Wir haben einige Programme laufen, aber ad hoc ist da nichts machbar.“