RRX-Kritiker fühlen sich von der Bahn abgebügelt

Zugverkehr : RRX-Kritiker fühlen sich von der Bahn abgebügelt

Noch immer gibt es zahlreiche Einwände gegen das geplante Vorgehen. Vielen vermissen Transparenz und Entgegenkommen der Bahn.

„Ich erhoffe mir eine Menge, aber erwarte nichts“, sagt Klaus Hagedorn am Dienstagmorgen im großen Saal der Rheinterrasse. Er ist einer der 42 Einwender, die zum Erörterungstermin zum Ausbau des Rhein-Ruhr-Express (RRX) gekommen sind, zu dem die Bezirksregierung eingeladen hat. Mit dabei sind auch Vertreter der Bahn und drei Vertreter der Träger öffentlicher Belange – Öffentlichkeit und Presse dürfen nicht teilnehmen. Zwar wurden Einwendungen der Bürger bereits bearbeitet und beantwortet, viele wollen aber die Gelegenheit nutzen, persönlich vorzusprechen.

„Die haben einfach alles abgewiesen – es sei nicht machbar“, sagt Hagedorn. Er ist Anwohner der Bunsenstraße, seine Einwendung befasst sich – wie der Großteil der knapp 2200 Schreiben – mit der Gustav-Poensgen-Straße und der dort geplanten Lärmschutzwand. Es gebe noch Alternativen, meint er – dass die Bahn die alle eingehend geprüft hat, bevor sie sie ausgeschlossen hat, bezweifelt er. Ihm fehlt bei der Sache die Transparenz. Denn für ihn sei nicht nachvollziehbar, wie und wann welche Alternativen getestet wurden – er findet: Die Bahn hat seine Vorschläge pauschal abgewiesen.

Dabei geht es ihm zum Beispiel um kleinere Mäuerchen, die nur die Gleise abschotten, außerdem gibt es auch Vorrichtungen, die am Gleis angebracht werden, die für Lärmschutz sorgen könnten. Die Bahn gab zu diesen Möglichkeiten vergangene Woche öffentlich bekannt, dass diese Alternativen entweder aus Platzgründen nicht umsetzbar seien und oder aber auch insgesamt nicht genügend Lärm abhielten.

Zweifel an den Gutachten der Bahn haben auch Klaus und Ingrid Schröder, die direkt an der Gustav-Poensgen-Straße wohnen. Immerhin hätten sie die Gutachter beauftragt. Gegengutachten, die von der Bürgerinitative in Auftrag gegeben wurden, sehen sie in den Einlassungen der Bahn nicht berücksichtigt. „Es muss doch andere Möglichkeiten geben als so eine hässliche grüne Wand“, sagt Ingrid Schröder. Sie und ihr Mann haben den Eindruck, die Verwaltung und die Bahn arbeiteten hier Hand in Hand - über die Belange der Bürger hinweg. Die Terminsetzung für das Erörterungsgespräch sei da auch ein Stein des Anstoßes. „Dienstag morgen - wer nicht gerade Rentner ist, muss extra Urlaub nehmen“, sagt er. Er wünscht sich, dass die Planer flexibel bleiben. „Die Schallschutzwand soll ja erst in fünf oder sechs Jahren gebaut werden“, pflichtet seine Frau ihm bei, „bis dahin könnte es ja schon ganz andere Varianten für so eine Schallschutzmauer geben.“

Thorsten Graeßner ist vor allem wegen der Bäume in Sorge. Über die auf der Seite der Gustav-Poensgen-Straße sei ja schon viel diskutiert worden. Auf der anderen Seite der Gleise, an der Arminstraße, seien aber auch welche - und die sollen wohl nicht erhalten bleiben. „Ich hoffe heute auf genauere Informationen. Ich will wissen, warum das notwendig sein soll“, sagt er, obwohl er selbst nicht in der Nähe des Bahndamms wohnt. Ihm geht es um Umweltschutz.

Auch für Klaus Hagedorn sind die Bäume ein wichtiges Thema. Zwar habe die Bahn zugesagt, dass 95 Prozent erhalten bleiben sollen, doch auch hier, hat er Bedenken. „Ich fürchte, dass die Bäume, auch wenn sie nicht wegen der Bauarbeiten gefällt werden, durch die neue Wand auf lange Sicht Schaden nehmen könnten“, sagt er.

Der Erörterungstermin konnte am späten Dienstagnachmittag abgeschlossen werden. Tatsächlich waren Lärmschutz; Feinstaub und Lichtemission sowie das kleine Stück Volksgarten, das der Trasse weichen soll, die bestimmenden Themen, wie die Bezirksregierung am Abend mitteilte.

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