Karneval: Rosenmontagszug abgesagt - baldiger Ersatztermin geplant

Karneval: Rosenmontagszug abgesagt - baldiger Ersatztermin geplant

Das Prinzenpaar erfuhr beim Frühstück von der Absage des Rosenmontagzuges

Düsseldorf. Er kütt nicht! Um Punkt 8.39 Uhr verkündete Oberbürgermeister Thomas Geisel die Entscheidung, mit der eigentlich schon jeder im Vorfeld gerechnet hatte: „Wir haben aufgrund der schlechten Wetterprognosen beschlossen, dass der Zug in diesem Jahr nicht ziehen wird, weil es einfach zu gefährlich ist.“ Mit wir war eine Koodinierungsgruppe aus Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und dem Comitee Carneval (CC) gemeint. „Wir werden den Zug nachholen, aber über einen Termin haben wir noch nicht gesprochen“, sagte Geisel. Am Dienstag wollen sich die Verantwortlichen ab 16 Uhr zusammensetzen. Erste Spekulationen lassen auf den 29. Februar oder den 6. März als mögliche Termine schließen.

Derweil gingen die Vorbereitungen im Rathaus weiter, als ob gar nichts passiert wäre. Brötchen wurden belegt und die Würstchen in die Erbensuppe geschnibbelt. Und das aus gutem Grund. „Wir feiern aber trotzdem heute, nur das wir keinen Zug sehen“, meinte Geisel. Zu sehen bekamen die Jecken dann aber doch etwas, nämlich die Mottowagen. Die wurden von 10 Uhr bis zum Mittag vor dem Rathaus aufgestellt.

„Die Entscheidung, den Zug abzusagen ist uns nicht leicht gefallen, aber unser Sicherheitskonzept ließ uns keine andere Wahl. Bei vorhergesagten Windstärken bis zehn, ist die Gefahr, durch herumfliegende Teile verletzt zu werden viel zu groß“, begründete Sven Gerling, Sicherheits- und Organisationsleiter beim (CC), die Absage. Warum in Köln gezogen wurde konnte Gerling auch erklären: „Die bauen dort anders. Bei uns werden die Wagen hauptsächlich aus Pappe und Holz gebaut, weil sie ja nach jedem Zug verschrottet werden, die halten so ein Wetter nicht aus. Die Kölner Wagen sind stabiler, weil sie jedes Jahr ziehen.“

Das Prinzenpaar saß im Hotel Intercontinental beim Frühstück, als sie die schlechte Nachricht erfuhren. Hanno I., der am Sonntag noch das Bett wegen einer Erkältung hüten musste, war natürlich traurig: „Aber irgendwie haben wir mit der Entscheidung gerechnet. Von daher trifft es uns nicht ganz unvorbereitet.“ Auch Sara wirkte recht gefasst: „Es ist zwar schade, aber die Sicherheit geht vor.“

Den Tränen nahe war aber Sicherheitschef Sven Gerling: „Ich könnte heulen, mein erster Zug in der Verantwortung und dann muss ich die Absage verkünden.“

Der ebenfalls neu ins Amt gewählte CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann flüchtet sich in Sarkasmus: „Komm, wir fahren jetzt alle nach Köln und gucken dort den Zug.“ Glück im Unglück für das CC ist allerdings, das der Geschäftsführer erst vor wenigen Tagen noch eine Ausfallversicherung über eine Deckungssumme von 500 000 Euro abgeschlossen hat. „Die 12000 Euro für die Prämie haben sich gelohnt.“

Auch das Schlösserzelt am Burgplatz muss heute auf Grund der Sturmwarnung geschlossen bleiben.

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