Rollende Theken sollen aus der Altstadt verschwinden

Rollende Theken sollen aus der Altstadt verschwinden

„Partybikes“ sind in der Altstadt umstritten. Die Stadt will ein Fahrverbot in Düsseldorf durchsetzen.

Düsseldorf. Der Passant in der Düsseldorfer Altstadt hört sie lange, bevor er sie sieht. Laute Musik und vielstimmiger Gesang kündigen skurrile Vehikel namens "Partybike" oder "Bierbike" an.

Jedes Wochenende sind die Kreuzungen aus Tandem und Planwagen rund um die Altstadt unterwegs. Bis zu 16 Personen passen auf so ein Gefährt, das mit Fassbier und Musikanlage ausgestattet ist.

Ein Angestellter des Betreibers tritt in die Pedale. Der sportliche Ehrgeiz steht bei den Bikes eher hintenan, vorrangig geht es ums Feiern.

Die Stadt versucht seit dem vorigen Jahr, die Rundfahrten zu verbieten. Derzeit dürfen die Räder bis auf die Fußgängerzonen alle Verkehrswege befahren.

Eigentlich hatte das Düsseldorfer Verwaltungsgericht die Räder schon verboten. Doch das Oberverwaltungsgericht Münster hob das Urteil wieder auf.

Das Verbot soll jetzt im zweiten Anlauf kommen: "Das Klageverfahren gegen diese Fahrzeuge läuft, wird aber erst im Oktober fortgesetzt", sagt Michael Zimmermann, Leiter des Ordnungsamtes. Bis zum Herbst müssen Anwohner und Gastronomen die Bikes noch ertragen.

Der Grund für das drohende Verbot: In der Altstadt sind die Räder wenig beliebt. "Diese Dinger sind zu laut, und es geht nur darum, sich zu betrinken", sagt Anwohner Achim Kohlberg.

Die Altstadt-Gastronomen fürchten um das Image: "Was wir hier brauchen ist Niveau, die Räder sind aber eine absolute Schande und geschäftsschädigend", sagt Barbara Oxenfort vom Weinhaus "Tante Anna".

Im Gegensatz zu den normalen Besuchern der Altstadt geben die radelnden Gäste kein Geld aus, weil sie alle Getränke an Bord haben.

Die Touren führen aber nicht nur durch die Altstadt, es gibt Abstecher über die Heinrich-Heine-Allee oder in den Medienhafen. Die Bikes blockieren dann eine Fahrspur und halten den Verkehr auf.

Dass die Vehikel nicht nur stören, sondern auch nicht ganz ungefährlich sind, zeigt ein Fall aus Köln: 2009 stieg ein Fahrgast zum Urinieren vom Rad ab und lief in den Straßenverkehr. Er wurde vom Auto erfasst und verletzt.

Peter Liedtke sieht den Verbotsplänen gelassen entgegen: "Ich habe schon einmal Recht bekommen", sagt der Betreiber der "Partybikes". Aufgrund der Proteste sei das Konzept schon geändert worden.

Eine Hausordnung maßregelt die Gäste, schon zweimal wurde eine Fahrt abgebrochen. "Es soll kein Saufmobil sein", erklärt Liedtke seinen Anspruch.