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Riesenrad: Film zum Finale

Riesenrad: Film zum Finale

Studentinnen sind so begeistert von der Attraktion, dass sie einen Kurzfilm drehen.

Düsseldorf. Das Riesenrad stoppt. Die Gondel schwankt. Schafe grasen auf den Rheinwiesen, es liegt Schnee auf dem Dach des Schlossturms. Doch zwei Insassen würdigen der Aussicht keines Blickes. Kunststudentin Wanda Growe (26) beugt sich über die Bank und justiert ihre Kamera. Ihre Kommilitonin Wanda Koller (24) dreht an dem Stativ und murmelt: „Die Kamera muss noch höher sein, sonst sind wir nicht zu sehen.“ Die beiden drehen den studentischen Kurzfilm „Wheel of Vision“, der beim Rundgang der Kunstakademie gezeigt werden soll. Höhenangst? Fehlanzeige.

Dass ihre nächste künstlerische Arbeit vom Riesenrad handeln sollte, wussten beide schnell. Wanda Growe sagt: „Das Riesenrad ist von der Akademie aus sehr präsent.“ — „Eine imposante Erscheinung“, stimmt Wanda Koller zu. Die beiden haben sich immer wieder getroffen — zu Hause, im Atelier, beim Kaffee und beim Wein — und das Riesenrad bereits von außen gefilmt. „Wir wollen Gefühle transportieren: Wie fühlt es sich an, in einem Riesenrad zu sitzen?“, sagen beide. „Das Riesenrad ist unsere Bühne, wie beim Theater.“

Zeit, den Ausblick zu bewundern, haben die beiden dann doch während der zweistündigen Filmarbeiten gefunden. „Düsseldorf ist richtig süß von oben“, schwärmt Wanda Koller.

Sprecher Bernd Holzrichter sagt zu den Studentinnen, während sie in die Gondel steigen: „Wenn ihr ’raus wollt, braucht ihr nicht zu klopfen, ihr könnt einfach den Notknopf drücken — dann lassen wir euch raus.“ Dass die beiden das Riesenrad als Film-Ort gewählt haben, kann er verstehen: „Die Optik ist einfach traumhaft schön.“ Am Sonntag dreht sich das Rad zum letzten Mal. Den Film zum Finale will er auf der Facebook-Seite des Riesenrads zeigen.

Doch nicht nur der Blick vom Riesenrad macht das Experiment für ihn zu einem Erfolg. Die Aktionen wurden mit Begeisterung angenommen — wie der Riesenrad-Brunch, für den ein Schreiner extra Klapptische für die Gondeln angefertigt hat. Oder das „Picknick in the Sky“ inklusive Food-Box mit Fingerfood. Auch die Silvesteraktion ist so gut angekommen, dass es bereits Vorbestellungen fürs nächste Jahr gibt — falls das Riesenrad dann noch einmal kommt. Ob eine Rückkehr zum Weihnachtsmarkt oder zum Stadtjubiläum: „Interesse besteht“, sagt Holzrichter. Und einen Erfolg der etwas anderen Art fügt er noch hinzu: „Es gab fünf Heiratsanträge in dem Riesenrad.“