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Rheinufer: Protestwelle gegen den Zaun

Rheinufer: Protestwelle gegen den Zaun

Trotz vieler kritischer Stimmen wurde am Rhein am Mittwoch noch weitergebaut.

Düsseldorf. Tunnel-Architekt Erich Waaser stand am Mittwoch fassungslos an der Rheinuferpromenade und beobachtete, wie weiter an dem 1,20 Meter hohen Stahlzaun zwischen der Oberkasseler Brücke und der Bäckerstraße gearbeitet wurde.

„Damit machen wir uns zum Gespött“, schüttelte Waaser den Kopf. Die Meinung teilt er mit Spaziergängern. Karin und Josef Contzen kommen oft mit Gästen an die Promenade, um ihnen Düsseldorfs schönste Seite zu zeigen: „Aber der Zaun passt wirklich nicht hierhin.“

Wie die WZ berichtete, soll der Zaun die Uferkante sicherer machen. Umstritten sind indes Optik und Notwendigkeit. „Ich weiß, dass wir damit keinen Schönheitspreis gewinnen“, sagt auch Verkehrsdezernent Stephan Keller, der betont, dass es sich nur um ein Provisorium handelt: „Es ist ein Zaun, den man schnell anbringen, aber auch wieder abbauen kann.“

Nach dem tödlichen Unfall am Rosenmontag habe man die Sicherheit an der Rheinuferpromenade auf den Prüfstand gestellt: „Die Situation ist nicht mehr wie vor 16 Jahren, als das alte Geländer gebaut wurde.“ Inzwischen sei die Gastronomie an den Kasematten erheblich gewachsen. Das erfordere auch andere Sicherheitsmaßnahmen.

Dennoch zeigten sich viele Politiker irritiert von dem 40 000 Euro teuren Provisorium. Nicht alle sind davon überzeugt, dass der Bau dringend ist. Völlig überrascht war Dirk Schaper von der Altstadtgemeinschaft: „Niemand hat mit uns gesprochen. Gerade hat eine Untersuchung zum Image der Stadt ergeben, dass man mit Altstadt und Königsallee punkten muss (siehe S. 16). Und dann wird hier ein Zaun mit Baumarkt-Ambiente hingesetzt.“