Rheinbahn verstärkt die Kontrollen

Rheinbahn verstärkt die Kontrollen

Mehr Fahrgäste, mehr Umsatz, aber auch ein höheres Defizit. Die Rheinbahn-Bilanz für 2016 fällt insgesamt positiv aus. Höhepunkt war ganz klar die Eröffnung der Wehrhahn-Linie.

Düsseldorf. Für die Rheinbahn war 2016 ein ereignisreiches Jahr, Mit der Eröffnung der Wehrhahn-Linie wurde ein Jahrhundert-Projekt abgeschlossen. Die beiden Vorstände Michael Clausecker und Klaus Klar zogen am Montag Bilanz. Die Zahl der Fahrgäste stieg um 1,6 Prozent, der Umsatz konnte um 4,9 Prozent auf 258,2 Millionen Euro gesteiert werden. Aber gleichzeitig stieg auch das Defizit. 61,9 Millionen Euro müssen aus der Stadtkasse zugeschossen werden. Verbessert werden sollen die Einnahmen aus einer anderen Quelle. Denn man hat ermittelt, dass es mehr Schwarzfahrer gibt als bisher angenommen. Schon in den nächsten Wochen soll in Bussen und Bahnen verstärkt kontrolliert werden.

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„Richtung und Trend stimmen“, machte Clausecker deutlich. Das Wachstum bei Fahrgästen und Umsatz (eine Steigerung von zwölf Millionen Euro) sei eindeutig auf die Wehrhahn-Linie zurückzuführen. Allerdings seien die Investitionen in die neue Linie auch für das erhöhte Defizit verantwortlich.

Stolz sind die beiden Rheinbahn-Vorstände auf den Kostendeckungsgrad des Unternehmens , der im vergangenen Jahr bei 81,6 Prozent lag. Damit sei man im Bereich des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr im absoluten Spitzenbereich. Allerdings lag die Kostendeckung auch schon mal bei rund 84 Prozent.

Weiter intensiviert wurden zudem die Beschleunigungsprogramme. Allein durch das Abschraffieren des Gleiskörpers auf der Grafenberger Allee habe man auf der Strecke rund eineinhalb Minuten gewonnen. Verstärkt will man auch Kreuzungen in Angriff nehmen, wo Bahnen durch linksabbiegende Autofahrer ausgebremst werden. Klaus Klar: „Wenn man das auf der ganzen Linie der U75 machen würde, könnten wir einen ganzen Umlauf gewinnen. Da ist noch viel Luft.“

Klar lobte ausdrücklich die neue Kooperation mit der Stadt bei Falschparkern und Zweite-Reihe-Parkern, die Bus und Bahn behindern. Seit knapp zwei Wochen läuft die Aktion und 82 Knöllchen wurden schon verschickt. Der Rheinbahn-Vorstand lobte ausdrücklich, dass dafür nicht die Fahrer zuständig sind. Um die Verkehrssünder kümmern sich Mitarbeiter, die von der Leitstelle geschickt werden.

Überraschend war, dass zu den 223,4 Millionen Fahrgästen noch eine erhebliche Menge von Personen kommt, die ohne Ticket in Bussen und Bahnen unterwegs sind. Der Anteil der Schwarzfahrer sei höher als bisher angenommen. Clausecker: „Wir haben abends und nachts Kontrollen durchgeführt. Teilweise wurden an der Heinrich-Heine-Allee alle Fahrgäste kontrolliert.“ Dabei stellte sich heraus, dass 2,86 Prozent der Personen, also fast drei von hundert Fahrgästen, keinen Fahrschein hatten. Darum sollen schon in den nächsten Wochen mehr Kontrollen durchgeführt werden.

Und die Rheinbahn will den Bike-and-Ride-Verkehr fördern. Noch in diesem Jahr soll der Auftrag für ein Fahrrad-Verleihsystem ausgeschrieben werden. Im gesamten Stadtgebiet sollen langfristig an den Haltestellen Räder zur Verfügung stehen. Außerdem werde mehr Platz in den Straßenbahnen geschaffen, damit Fahrgäste ihre eigenen Räder besser mitnehmen können.

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