Rheinbahn setzt auf Park & Ride

Rheinbahn setzt auf Park & Ride

Das Unternehmen will in diesem Jahr den Parkplatz am Südpark umbauen und bewirtschaften. Pendler sollen mit neuem Service zum ÖPNV-Umstieg bewegt werden.

Die Rheinbahn möchte die Park & Ride-Plätze in der Stadt attraktiver machen und damit mehr Pendler gewinnen, die das letzte Stück zum Arbeitsplatz in der City dann mit Bussen und Bahnen zurücklegen. Nutzen heute nur ein Prozent der 300 000 täglichen Einpendler diese Kombination, möchte die Rheinbahn bis zum Jahr 2021 mindestens 2,5 Prozent dieser pendelnden Autofahrer überzeugen und als Kunden gewinnen.

Für das Konzept ist bei der Rheinbahn Bernhard Herrmann verantwortlich. Für ihn ist das ganze auch ein Zukunftsprojekt: „Die Zahl der Arbeitsplätze wächst in Düsseldorf, es gibt Prognosen, nachdem die Zahl der Pendler bis 2025 um 25 Prozent ansteigt“, sagt Herrmann. Und ergänzt: „Mit dem Auto wird man da keinen tollen Komfort haben und noch länger als heute im Stau stehen.“

Als Pilotprojekt ist nun der Parkplatz am Südpark nahe der Heinrich-Heine-Universität ausgeguckt. Denn der Platz ist im Besitz der Rheinbahn und hier halten die Bahnen und Busse der Linien U71, U 83, U 79, 704 und 735. Auf dem Grundstück gibt es 259 Plätze, es ist wochentags meist so „zugeparkt“, dass die Busse beim Wenden behindert werden. Abends und am Wochenende ist der Platz aber relativ leer.

Die Rheinbahn will den Platz, der nahe der A 46 liegt, nun ab dem letzten Quartal in diesem Jahr bewirtschaften. Dazu werden Schranken eingebaut, die Struktur wird leicht verändert, um die Zahl der Plätze noch zu erhöhen. Es wird eine neue Beleuchtung geben, da man bei einer Befragung heutiger Nutzer erfahren hat, dass sich hier viele nicht so sicher fühlen. Auch eine Videoüberwachung ist geplant und eine App, die künftigen Kunden zeigt, wie viele Plätze noch frei sind und wo sich diese genau befinden. Es sollen zudem Ladestationen für Elektro-Autos aufgestellt werden. Zu Beginn des Projektes will die Rheinbahn Service-Personal einsetzen.

Rund 85 Prozent der Autofahrer, die auf dem Platz kostenlos parken, fahren heute schon mit Bus und Bahn weiter in die City, weil es an ihrem Arbeitsplatz kaum oder nur teure Parkräume gibt. Der Rest der jetzigen Parker dürfte aus Studenten und Lehrenden der Universität bestehen. Mit der Uni-Verwaltung und Studierendenvertretern will Herrmann nun Gespräche führen und sie rechtzeitig auf die Veränderungen, sprich gebührenpflichtige Nutzung, hinweisen.

Denn Fakt ist: Das Verkehrsunternehmen möchte die Plätze ab Herbst in erster Linie an Rheinbahn-Kunden vermieten, also an diejenigen, die ein Abo besitzen oder dann eben erstmals ein Monatsticket buchen. Man möchte neue Fahrgäste gewinnen, aber: „Wir wollen mit den Gebühren für den Park & Ride-Platz kein Geld verdienen“, betont Herrmann.

Rheinbahn-Kunden sollen den Platz für 150 Euro im Jahr mieten können, das seien keine 50 Cent pro Tag. Ein Tagesticket soll drei Euro kosten. Hier will das Verkehrsunternehmen dafür werben, zu Karneval oder den vielen anderen Großveranstaltungen in Düsseldorf an Wochenenden ebenfalls den Parkplatz anzusteuern und dann mit dem ÖPNV weiter zu fahren.

800 000 Euro investiert die Rheinbahn mit Förderung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) in die Technik, Modernisierung und Umstrukturierung auf dem Gelände am Südpark. Die Zahl der Stellplätze soll auf rund 300 erhöht werden. Die Betriebskosten pro Jahr betragen rund 60 000 Euro.

Kommt das Konzept bei den Pendlern an, will die Rheinbahn auch den P & R - Platz an der Haltestelle „Haus Meer“ in Abstimmung mit der Nachbarstadt Meerbusch umbauen und bewirtschaften. Der bietet 500 Parkplätze, ist aber wesentlich weniger frequentiert als der Platz am Südpark. Ebenso werden Pläne für den Parkplatz in Wittlaer entwickelt.

In der Stadt gibt es 13 P & R-Plätze, viele an den S-Bahnhöfen, mit rund 1800 Stellplätzen. In München, Hamburg und Frankfurt hat man bereits Erfahrungen mit den gebührenpflichtigen P & R-Plätzen gemacht. Hier setzen bereits drei Prozent der Pendler auf die Kombination, im Umland von Frankfurt, so Herrmann, seien es sogar sieben Prozent.

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