Rheinbad-Randale: Mehr Polizeieinsätze in Düsseldorfer Schwimmbädern

Sicherheitsdienst im Einsatz : Mehr Polizeieinsätze in Düsseldorfer Schwimmbädern - Angekündigte Randale im Rheinbad bleibt aus

Insgesamt rückte die Polizei in Düsseldorf in diesem Jahr schon 36 Mal in Düsseldorfer Schwimmbäder aus. Für die Zunahme der Probleme im Rheinbad gibt es eine Erklärung.

An diesem Wochenende blieb alles ruhig und friedlich im Stockumer Rheinbad. Vor allem gab es nicht die von der Polizei im Vorfeld befürchtete Randale unter dem Codewort „Project X“. Ganz im Gegensatz zum Samstag und Sonntag vor einer Woche, als die Polizei zu gleich zwei Großeinsätzen ins Rheinbad ausrückte. Die beschäftigten jetzt auch den Stadtrat intensiv – mit gleich vier Anfragen aus aktuellem Anlass.

Heraus kam dabei auch, dass die Polizei Ende Juni keinesfalls zum ersten Mal in ein Schwimmbad gerufen worden ist. Im Gegenteil: Das kommt in diesem Jahr wieder häufiger vor. So gab es im ersten Halbjahr bis 30. Juni insgesamt schon 36 Polizeieinsätze in den städtischen Frei- und Hallenbädern; 2018 waren es im ganzen Jahr 49 Einsätze. In den Jahren 2016 und 2017 allerdings gab es jeweils 64. Diese zahlen nannte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche nach Rücksprache mit der Polizei.

Allerdings gab es für die Besuche der Ordnungshüter viele Gründe, neben Auseinandersetzungen zwischen Badegästen ging es dabei auch um Diebstahl, Vandalismus, sexuelle Belästigungen und andere Delikte.

Klar ist, dass das Rheinbad in diesem Sommer mehr zur Anlaufstelle auch problematischer Gruppen geworden ist, als in früheren Jahren. Das liegt vor allem daran, dass das Allwetterbad am Flinger Broich und das Benrather Freibad wegen Bauarbeiten geschlossen sind. So sollen am besagten Randale-Wochenende auch gewaltbereite Cliquen aus Benrath und Wersten in Stockum aneinandergeraten sein.

Die Ratspolitiker sorgten aber mehr die Hinweise auf verabredete Ausschreitungen: „Dass sich da auf einmal 400 Jugendliche zusammengerottet haben, war sicher kein zufälliges Treffen“, sagte FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, „das treibt uns sehr um.“ Wie berichtet, hat sich wegen der möglicherweise organisierten Krawalle auch der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet.

Mehr von Westdeutsche Zeitung