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Rhein-City-Lauf startet am Sonntag

Sport : 3000 Läufer rennen Sonntag von Düsseldorf nach Duisburg

Am Sonntag steigt die dritte Auflage des Rhein-City-Laufs. Doch der hat einen Schönheitsfehler.

Zum dritten Mal werden sich am Sonntag um 9.30 Uhr mehr als 3000 Läufer an der Theodor-Heuß-Brücke zum Start des Halbmarathons über 21,1 Kilometer nach Duisburg-Huckingen aufstellen. Die Zahl erfordert einen enormen logistischen Aufwand, müssen die Läufer im Ziel doch wieder an ihre Klamotten kommen, um bei der After-Race-Party im Huckinger Steinhof ihre Siegerehrung erleben zu können. „Die Strecke ist absolut flach und außergewöhnlich schön, da sie überwiegend am Rhein entlang führt“, heißt es auf der Webseite des Rhein-City-Laufs.

Der Start in zwei Wellen mit einem Abstand von drei Minuten für die langsameren Läufer ist eine gute Idee, um das Startgedränge einzudämmen, zumal man an der Messe einen kleinen Umweg auf einem zwei Meter breiten Pfad laufen muss, da die Überquerung eines Parkplatzes derzeit wegen Bauarbeiten nicht möglich ist.

Die erhofften 4000 Läufer, die bis zu 40 Euro Startgeld bezahlen, haben die Organisatoren bei weitem nicht erreicht. Der Termin liegt zu dicht am Kölner Marathon, bei dem am vergangenen Sonntag 11 000 Läufer die 21,1 Kilometer schon gelaufen waren. Zudem kollidiert der Rhein-City-Lauf mit drei weiteren Veranstaltungen, unter anderem mit dem Baldeneysee-Marathon und den NRW-Straßenlauf-Meisterschaften.

Daher wundert man sich nicht, dass von den Top-Läufern kaum jemand am Rhein laufen wird — mit einer Ausnahme: Vorjahressiegerin Katharina Wehr (22/Duisburg). Auch der Sieger der Männer, der unverwüstliche Nikki Johnstone vom ART wäre eine Woche nach dem Köln-Marathon (5. in Bestzeit von 2.25:42 Stunden) gerne wieder gelaufen, weilt aber bei der Hochzeit seines Bruders auf Zypern.

Leichtathletik-Verband Nordrhein erkennt den Lauf nicht an

Der Laufsport hat sich in den vergangenen Jahren zur beliebtesten Sportart entwickelt. Leider hat der Rhein-City-Lauf, im Rahmen dessen auch wieder der Städtekampf Düsseldorf gegen Duisburg mit 500 Läufen stattfindet, einen gewaltigen Schönheitsfehler: Da er hinsichtlich der Streckenführung (Start und Ziel dürfen nur 10,5 Kilometer auseinander liegen) den Regeln zur Wertung der Laufzeiten in Besten- und Rekordlisten nicht genügt, hat er keine Genehmigung durch den Leichtathletik Verband Nordrhein erhalten. In der Ausschreibung steht daher auch: „Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr und eigenes Risiko.“ Versichert, wie bei den offiziellen Läufen über den Verband, ist man nicht. Vielen Läufern ist das egal, sie wollen einfach die schöne Strecke am Rhein genießen.

Ob sich nicht in Zukunft eine Streckenänderung finden lässt, damit Start und Zielpunkt innerhalb der 10,5 Kilometer für die Anerkennung der Zeiten liegt? Die eigentlich tolle Veranstaltung hätte es verdient und böte enormes Wachstumspotenzial im weiter boomenden Markt des Laufsports.