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Restless-Legs-Syndrom: Wenn an Schlaf kaum noch zu denken ist

Restless-Legs-Syndrom: Wenn an Schlaf kaum noch zu denken ist

Der Körper will ruhen, die Beine wollen es nicht.

Düsseldorf. Ein unerträgliches Kribbeln, Ziehen, Reißen, Stechen bis hin zu quälenden Schmerzen. Diese Beschwerden treten fast ausschließlich in Ruhesituationen und ganz besonders heftig beim Einschlafen auf.

Das Ganze nennt sich „Restless-Legs-Syndrom“ (RLS) und wird im allgemeinen als „Syndrom der unruhigen Beine“ bezeichnet. Eine häufig auftretende neurologische Krankheit, unter der etwa zehn Prozent der Bevölkerung leidet.

Für Maria Altena, Vorsitzende der Düsseldorfer Selbsthilfegruppe, bedeutet diese Krankheit vor allem eine starke Einschränkung im Alltag: „Das Problem ist, dass man schlecht bis gar nicht schläft und daher immer müde und unausgeglichen ist.“

Die 54-Jährige leidet seit über 30 Jahren an dieser Krankheit und weiß daher, wovon sie spricht. Das Problem ist: Diese Krankheit ist bisher kaum erforscht und es gibt keine Medikamente dagegen. Lediglich die Symptome werden mit Mitteln gelindert, die auch bei Parkinson verschrieben werden. Man nimmt an, dass eine Störung in der Übertragung wichtiger Botenstoffe in Gehirn und Rückenmark ursächlich für die Entstehung von RLS mitverantwortlich ist.

„Die Betroffenen werden nicht verstanden, weil sie im Kino oder im Restaurant sehr häufig aufstehen und umherlaufen müssen“, berichtet Altena, „daher werden sie als störend empfunden.“

Nach einer gewissen Zeit blieben viele einfach zu Hause und trauten sich nicht mehr aus dem Haus. Viermal im Jahr trifft sich Altena mit Patienten im Gesundheitsamt und spricht mit ihnen über ihre Erfahrungen. Dann kommen immer etwa 20 Personen, die von ihren Leiden berichten.

„Den meisten Menschen hilft das schon, denn bei uns fühlen sich die Leute endlich einmal verstanden. Bei uns erfahren sie, dass es auch andere Menschen gibt, denen es genauso schlecht geht“, sagt Altena, die dieses Leiden auch als extrem belastend für eine Partnerschaft ansieht.

Bis die Krankheit erkannt wird, dauert es häufig eine ganze Weile. Denn am Anfang sind die Beschwerden meist nur vorübergehend und verschwinden wieder. „Ich verspürte eine Zeit lang ein Kribbeln in den Beinen und dann war es auch wieder für fast ein halbes Jahr weg“, erinnert sich die 54-jährige Verwaltungsbeamtin, „bis es auf einmal wieder da war und ich etwa acht bis zehn Mal in der Nacht wach wurde und kaum noch geschlafen habe.“

Mit der Einnahme von Medikamenten, die auch bei Parkinson verschrieben werden, hat sich die Lebensqualität von Maria Altena entscheidend verbessert. Mit der Selbsthilfegruppe versucht sie nun, auch anderen Menschen zu helfen.