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"Respekt und Mut": 17 Jahre Protest gegen Rechts in Düsseldorf

"Respekt und Mut": 17 Jahre Protest gegen Rechts in Düsseldorf

100 Veranstaltungen, 60 Partner: „Respekt und Mut“ legt 2018 den Fokus auf Jugendliche.

Düsseldorf. Als 2001 Neonazis in Düsseldorf aufmarschierten, formierte sich ein Widerstand der Bürger. Doch statt nur auf die aktuelle Situation zu reagieren, wurde die Veranstaltungsreihe „Respekt und Mut“ ins Leben gerufen, die zum langfristigen gegenseitigen Austausch führen sollte. In diesem Jahr finden zum 18. Mal die Kulturveranstaltungen statt, deren Programm am Mittwoch vorgestellt wurde. Erstmals sind das Stadtarchiv und die Heinrich-Heine-Uni mit unter den Veranstaltern.

Eröffnet wird die Reihe am 17. September mit der Diskussionsrunde „Was ich noch zu sagen hätte“ im Jungen Schauspiel (Münsterstraße 446). Inhaltlich wird es um Sprache im Zeitalter von Lügen und Fake News gehen. Das Programm ist das bisher umfangreichste und beinhaltet über 100 Theaterstücke, Lesungen, Exkursionen, Musikveranstaltungen und Workshops. „Wir Künstler und Kulturinstitutionen gehören zur Gesellschaft und mitten in die brisanten gesellschaftlichen Debatten. Wir haben die Aufgabe, uns einzumischen und mit starken Geschichten Respekt und Mut zu wecken“, sagt Stefan Fischer-Fels, Leiter des jungen Schauspielhauses.

Vor allem auf Jugendliche soll dabei dieses Jahr der Fokus gelegt werden. Es sei wichtig, dass junge Menschen in einem Alter, in dem sie Entscheidungskompetenzen ausbilden, durch andere Orte als Schule und Youtube beeinflusst werden. So bringt das Stück „Like me“ den Zuschauern den Mechanismus von Ausgrenzung nahe.

Die aktuelle politische Situation beunruhigt die Veranstalter sehr: „Unser Programm soll auch eine Antwort auf die politische Stimmungsmache in Chemnitz sein“, sagt Volker Neupert, Koordinator von „Respekt und Mut“. Zu diesem Zweck wurde im Programmheft die Düsseldorfer Erklärung für Einheit und Vielfalt vorgestellt. „Gemeinsam wollen wir auch weiterhin dafür stehen, tolerant, weltoffen und rheinisch zu sein“, sagt Neupert. Die interkulturelle Verständigung in Düsseldorf soll angeregt, Unzufriedenheiten über Regierung und Gesellschaft sollen angesprochen werden. „Wir stehen gegen Abschottung, für Dialog“, sagt Thorsten Nolting, Vorstandsvorsitzender der Diakonie, die die Reihe mitträgt. Über 60 Partner bieten die Respekt- und Mut-Events noch bis April 2019 an.