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Rekordjahre für den Büromarkt in Düsseldorf

Rekordjahre für den Büromarkt in Düsseldorf

2017 wurden Gewerbeimmobilien für 3,08 Milliarden Euro verkauft. Ein Spitzenwert. 2018 könnten Abschlüsse für so viele Quadratmeter wie nie getätigt werden.

Düsseldorf. Die Wirtschaftskraft der Stadt ist ungebrochen. Ein Gradmesser dafür sind die Zahlen, die der Immobiliendienstleister Jones Lang Lasalle (JLL) am Donnerstag für den Büromarkt in Düsseldorf und Umgebung vorlegte. Sogar Rekordwerte konnte Marcel Abel, Geschäftsführender Direktor und Niederlassungsleiter JLL Düsseldorf, vermelden. Der Grund: „Die Stadt punktet national wie international durch ihre gute Vernetzung, Infrastruktur und urbane Attraktivität. Vor allem ist der Markt aber sehr schwankungsresistent.“ Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie viel Geld ist geflossen? So viel wie noch nie. Der Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien knackte erneut die Drei-Milliarden-Euro-Marke und stellte mit 3,08 Milliarden Euro sogar einen Rekord auf. „Das zeigt, wie attraktiv der Standort ist“, sagt Wolfgang Finke, Team Leader Office Investment JLL Düsseldorf. Vor allem international nehme die Nachfrage zu.

Die fünf teuersten Deals allein kommen auf knapp eine Milliarde Euro. Bei folgenden Projekten wechselten die Besitzer: der Vodafone-Campus, das Innenministerium an der Friedrichstraße, das Stilwerk, Uniper am Eon-Platz und der kommende Neubau an der Hansaallee (ehemals Rheinbahnzentrale). Die Bank HSBC mietete dort mit 20 000 Quadratmetern die größte Fläche 2017 an.

Wie viel Fläche wurde neu vermietet? Mit 391 000 Quadratmetern wurde 2017 das Vorjahresergebnis knapp übertroffen. Allein vier Anmietungen übertrafen die 10 000-Quadratmeter-Grenze. Das soll in diesem Jahr noch häufiger der Fall sein, schätzt Abel. Mehrere Unternehmen suchten in dieser Größenordnung. „Es ist gut möglich, dass der Rekordwert beim Flächenumsatz von 2007 mit 509 000 Quadratmetern erreicht wird.“

Wie entwickelt sich der Leerstand? Im Vergleich der sieben größten Städte Deutschlands ist die Leerstandsquote in Düsseldorf laut JLL am höchsten. Dennoch hat sie von 13 Prozent im Jahr 2010 auf 7,9 Prozent im vergangenen Jahr abgenommen. Und Leerstände haben auch ihre Vorteile, wie Abel erklärt, für den eine ideale Quote bei vier bis fünf Prozent liegt. So biete Düsseldorf weiterhin gute Chancen für Neuansiedlungen. Investoren müssten zudem auf architektonische Qualität wertlegen, um Interessenten anzulocken. Als Beispiel nennt Abel das Ingenhoven-Tal. Sehr wenig Leerstand habe dagegen zur Folge, dass Vermieter gegenüber Mietern in einer zu starken Verhandlungsposition seien.

Wie haben sich die Mieten entwickelt? Die Durchschnittsmiete liegt mit 15 Euro pro Quadratmeter im Monat auf dem bislang höchsten Niveau. Die Spitzenmieten pendeln sich bei 27 Euro pro Quadratmeter ein.

Wie verändert sich der Büromarkt? Auffällig ist laut Abel, dass mehr und mehr Anbieter von flexiblen Arbeitsplätzen (Coworking) nach Düsseldorf kommen. 36 Konzepte an 53 Standorten gebe es mittlerweile (72 000 Quadratmeter). Design Offices etwa wird im Objekt „Fürst & Friedrich“ (Fürstenwall) 4500 Quadratmeter anmieten. Insgesamt kam 2017 dreimal so viel Fläche hinzu, wie im Jahr zuvor. Abel kann sich den nächsten Schritt zur Digitalisierung des Büromarktes vorstellen: eine Art Airbnb für Büros. Auch große Unternehmen könnten künftig Arbeitsräume anbieten oder anmieten, vielleicht sogar bei einem anderen großen Unternehmen. Je nach Bedarf.

Wie haben sich die Standorte entwickelt? Das Angebot in der City hat sich laut Abel nahezu erschöpft, vor allem wenn die aktuellen Neubauten abgeschlossen sind, wie an Gründgens-Platz oder Breite Straße. Bei künftigen Projekten sei davon auszugehen, dass Investoren aufgrund des höheren Renditeversprechens eher auf Hotels und Wohnungen setzen werden. Das stärke alternative Lagen wie den Kennydamm und den Hafen. Auch die Durchmischung nehme zu, wie das etwa am Seestern der Fall sei, der sich insgesamt als Bürostandort etabliert habe. Alle drei Standorte fielen laut JLL im vergangenen Jahr mit einem deutlichen Umsatzplus bei den Flächen auf.