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Regionalverkehr hält frühestens Ende 2021 in Düsseldorf-Bilk

Planungspanne : Regionalverkehr hält frühestens Ende 2021 in Düsseldorf-Bilk

Eröffnung des Regionalhalts verzögert sich um ein Jahr. Deutsche Bahn spricht von Planungsfehler.

Zum Fahrplanwechsel Ende Dezember 2020 sollte eigentlich der Regionalhalt am Bilker S-Bahnhof eröffnet werden. Reisende hätten dort dann direkt in die Züge des Regionalverkehrs einsteigen können, ohne Umwege über den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Doch die Pendler aus und in Richtung Dortmund und Venlo müssen sich weiter gedulden. Die Deutsche Bahn (DB) teilte am Donnerstag in Düsseldorf überraschend mit, dass sich die Inbetriebnahme des Regionalhalts „voraussichtlich um mindestens zwölf Monate verschieben“ werde. Der Grund: Pannen bei der Planung.

Die Bahn spricht dabei von „teilweise fehlerhafter Planung, „die nicht im Verantwortungsbereich der DB“ liege. So seien von einem externen Unternehmen „unter anderem die Betonfundamente nicht ausreichend dimensioniert“ worden. Zusätzlich habe es „diverse Mängel bei statischen Planungen“ beispielsweise für die Oberleitungsmasten gegeben. In der Folge mussten deshalb auch die elektrotechnischen Planungen korrigiert werden.

Noch keine Zahlen zu Mehrkosten des 40-Millionen-Projektes

Nähere Angaben zu dem externen Dienstleister der Deutschen Bahn wollte Dirk Helfert (DB Netz) nicht machen, da es sich um ein „schwebendes Verfahren“ handele. Die fehlerhafte Planung sei bei der Deutschen Bahn intern erst am Ende des Planungsprozesses aufgefallen. Das externe Unternehmen habe nun die Planungen überarbeitet. Das habe mehrere Monate Zeit gekostet.

Für den Bau des neuen Bahnsteiges in Bilk müssen jedoch laut Stefanie Wenig (DB Netz) lange im voraus Sperrpausen des Zugverkehrs beantragt werden. Dies sei nach den Verzögerungen für dieses Jahr nicht mehr möglich. Der Bauablauf müsse zeitlich nach hinten verschoben werden. Wie der genau aussehen wird, müsse laut Dirk Helfert mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und dem Land abgestimmt werden.

Im Mai und Juni fallen S-Bahnen an 35 Tagen tagsüber aus

Der Bilker S-Bahnhof könne nicht einfach für die Verlegung der Gleise, Weichen und den Bahnsteigbau gesperrt werden. Für die „hochbelastete Strecke“ über den Rhein sei es nur schwer, Pausen für die Bauarbeiten zu finden. Schließlich werde sie auch für den Bahnverkehr gebraucht, der für den Bau der RRX-Trasse umgeleitet werden müsse.

Insgesamt investieren das Land NRW, die Stadt Düsseldorf und die Deutsche Bahn über 40 Millionen Euro in den Neubau des Bahnsteigs und die Infrastruktur. Durch die Verzögerung sei sicherlich ein Schaden entstanden. Beziffern kann die DB Netz die Mehrkosten aktuell noch nicht.

Die seit Dezember geltenden Einschränkungen auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Neuss werden wie geplant bis zum 20. April gelten. Bis dahin sind die Fernbahngleise gesperrt, der Zugverkehr wird auf die beiden S-Bahngleise verlegt. Auch für Mai und Juni werden die S-Bahnen an insgesamt 35 Tagen nicht zwischen 9 und 15 Uhr fahren. Dann werden die Oberleitungsmasten aufgestellt.

Abgeschlossen ist laut Bahn inzwischen die Kampfmittelsuche auf einer Fläche von rund 24 5000 Quadratmetern am Bilker Bahnhof. Gebaut werden zurzeit die beiden Regenrückhaltebecken. Die Sperrung der Strecke seit Dezember sei auch dazu genutzt worden, Schienen in diesem Bereich zu warten oder auszutauschen.