Razzia gegen Hells Angels: Vier Festnahmen

Polizei : Razzia gegen Hells Angels: Vier Festnahmen

Rund 200 Polizisten waren im Einsatz. Über 18 Kilo  Rauschgift wurden sichergestellt. 

Mit einer großangelegten Razzia gingen rund 200 Polizisten in vier verschiedenen Städten gegen mutmaßliche  Mitglieder der Hells Angels vor. Auch Spezialkräfte waren an der Aktion beteiligt. Vier Personen wurden festgenommen, zwei Rocker sollen dem verbotenen Hells-Angels-Chapter „Concrete City“ angehören. Mehr als 18 Kilo Drogen wurden sichergestellt.

Die „EK Roller“ hatte den Einsatz von langer Hand vorbereitet. Bereits seit Mai vergangenen Jahres hatten die Spezialisten für organisierte Kriminalität zehn Personen im Visier, die zum Teil dem Rockermilieu zugeordnet werden. Es geht um Menschenhandel und Drogendelikte. Wie die Polizei erklärte, fand die Aktion bereits in den frühen Morgenstunden des Dienstags statt. Insgesamt 16 verschiedene Objekte wurden in Düsseldorf, Mettmann, Erkrath und Zülpich durchsucht.

Gegen zwei Verdächtige lagen
schon Haftbefehle vor

Gegen zwei 28 und 32 Jahre alte Männer hatte die Polizei bereits Haftbefehle erwirkt. Sie sollen eine Frau über längere Zeit zur Prostitution gezwungen haben. Die beiden wurden in ihren Wohnungen in Düsseldorf und Erkrath festgenommen. Dabei setzte die Polizei auch Spezialeinheiten ein.

Der zweite große Zugriff erfolgte bei einem Düsseldorfer Pärchen. Der 50 Jahre alte Mann und seine 35-jährige Verlobte sollen in ihrer Wohnung  Drogen in großem Stil gelagert haben.  Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten 5,4 Kilogramm Marihuana, 13 Kilogramm Amphetamine und rund 3200 Extasy-Pillen. Das Paar wurde ebenfalls dem Haftrichter vorgeführt.

Bei der Razzia in einer Wohnungen in Wersten beschlagnahmte die Polizei außerdem eine scharfe Schusswaffe. Zwei der vier festgenommenen Personen sollen zu dem Chapter „Concrete City“ der Hells Angels gehören, das inzwischen verboten ist. Bei den anderen Verdächtigen soll es sich um Personen handeln, die dem Rocker-Milieu nahestehen. Die Ermittlungen dauern an.

Es soll auch Verbindungen
zum „Clan 81“ geben

Seit etwa zwei Jahren geht die Polizei immer wieder mit Schwerpunkteinsätzen gegen die organisierte Rockerkriminalität vor. Dabei geriet das Chapter „Concrete City“ der Hells Angels ins Visier der Ermittler, das in Erkrath gegründet wurde und offiziell nicht mehr existiert. Die Rocker sollen sehr enge Verbindungen zum „Clan 81“ gepflegt haben. Dabei handelt es  sich um eine Unterstützer-Gruppe der Hells Angels, die unter anderem zeitweise einen Club im Gerresheimer Bunker betrieb.

Offiziell gibt es in Düsseldorf im Moment keine Gruppe der Hells Angels mehr. Das Chapter  „Düsseldorf City“ hatte sich im Dezember vor zwei Jahren nach eigenen Angaben aufgelöst. Zuvor stürmte das Sondereinsatzkommando eine Weihnachtsfeier der Rocker mit einem turbulenten Großeinsatz, bei dem es auch Verletzte gab. Inwieweit das zweite Chapter „Oldtown“ zurzeit noch existiert, ist unklar. Allerdings gilt die Altstadt immer noch als „Hells-Angels-Gebiet“.

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