Randale in der Düsseldorfer Arena: Milde Strafen für FC Köln-Fans

Gericht : Randale in der Düsseldorfer Arena: Milde Strafen für FC Köln-Fans

Fünf Jahre nach Ausschreitungen beim Zweitliga-Fußball-Derby zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln sind zwei Köln-Anhänger verurteilt worden. Gegen zwei andere wird weiter verhandelt.

Lässig stehen die vier jungen Männer  im Flur des Düsseldorfer Amtsgerichts. Sie sollen vor mehr als fünf Jahren beim Chaos-Spiel zwischen dem 1. FC Köln gegen die Fortuna in der Arena  wie die Vandalen gewütet haben. Aber die FC-Fans haben allen Grund zu grinsen. Denn die Justiz brauchte viel zu lange, um die Randale-Fans vor Gericht zu stellen.

Kurz vor Weihnachten 2013 befanden sich die vier Fans (28, 29, 26, 35) im Gästeblock der Arena. Um sie herum Chaos.  Pyros wurden gezündet und in die Menge geworfen, Sitzschalen herausgerissen.

Einer der Angeklagten soll so lange auf seinem Sitz herumgesprungen sein, bis sich die Schale  aus der Verankerung löste. Ein weiterer Fan warf sie dann in den Düsseldorfer Block. Die übrigen Angeklagten sollen mit Gürteln nach Fortuna-Fans geschlagen haben – mit der Metallschnalle voran.

Kameras nehmen die Ausschreitungen auf

All das wurde von den Kameras im Stadion aufgenommen. Während der Verein sofort zwei Jahre Stadionverbot für die Rüpel aussprach, zögerte die Justiz. Zuständige Dezernenten bei der Staatsanwaltschaft und Richter wechselten. Bei mehreren Prozessversuchen fehlte mal ein Zeuge, mal ein  Angeklagter.

Gestern wollte man die Akte endlich schließen. Und die lange Dauer des Verfahrens spielte den Anwälten in die Hände. In einem Rechtsgespräch handelten sie einen Deal aus. Geldstrafen von 5000 Euro und 650 Euro gegen zwei Angeklagte wurden zur Bewährung ausgesetzt. Beide müssen also vorerst nur ihre Anwälte bezahlen.

Zwei weitere Angeklagte wollten sich nicht einigen, sie fürchten um ihre Jobs. Gegen sie wird nun vorerst weiter verhandelt. BK

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