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Randale bei Kurden-Demo: Prozess geplatzt

Gericht : Randale bei Kurden-Demo: Prozess geplatzt

Es sind neue Videoaufnahmen aufgetaucht. 43-Jähriger soll Polizisten angegriffen haben.

Zu heftigen Ausschreitungen kam es im November vor zwei Jahren bei der Kurden-Demonstration in der Innenstadt. Als die Polizei den Zug an der Breite Straße stoppen wollte, wurden die Beamten mit Fahnenstangen, Flaschen und anderen Gegenständen angegriffen. Ein 43-jähriger Kurde mit türkischem Pass soll einen Polizisten auch geschlagen und getreten haben. Dafür sollte er sich gestern vor dem Amtsgericht verantworten. Doch es sind neue Videoaufnahmen aufgetaucht. Die will die Verteidigung erst auswerten. Darum wurde der Prozess kurzfristig verschoben.

Die Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern hatte an dem sonnigen Novembermorgen laut, aber friedlich begonnen. Das änderte sich, als der Zug an der Ecke Königsallee/Steinstraße eintraf. Aus einem Lieferwagen wurden dort hunderte Fahnen mit Symbolen der als Terrororganisation eingestuften kurdischen Arbeiterpartei PKK und des inhaftierten Abdullah Öcalan an die Demonstranten verteilt.

Plötzlich änderte sich der Charakter der Veranstaltung völlig, die Stimmung wurde mit jeder Minute aggressiver.  Immer wieder forderte die Polizei die Demonstranten auf, die verbotenen Fahnen einzupacken. Vergeblich. An der Breite Straße wurde der Zug mit starken Einsatzkräften gestoppt.

Aus der Menge heraus wurden Polizisten und Journalisten mit Fahnenstangen, Flaschen und anderen Gegenständen angegriffen. Mittendrin soll der 43-Jährige gewesen sein. Nach der Ermittlungen attackierte er zwei Polizisten, die in der Kette standen. Er soll die Beamten zunächst  mit der Faust bedroht und danach geschlagen sowie getreten haben. Wegen der Schutzkleidung blieben die Einsatzkräfte unverletzt. Der Angeklagte war zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt worden und hatte Einspruch eingelegt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.