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Räumungsklage: Aus für das China-Center

Räumungsklage: Aus für das China-Center

Im Februar 2019 ist Schluss an der Königsallee. Es hatte Streit über zwei Monatsmieten mit dem neuen Besitzer gegeben.

Düsseldorf. Für Wirtschaftskontakte mit Asien ist das China-Center an der Königsallee die erste Adresse. Für Tischtennis-As Timo Boll wird in dem Restaurant die beste Peking Ente außerhalb Chinas serviert. Und viele Patienten vertrauen den Methoden der traditionellen chinesischen Medizin, die in dem Zentrum praktiziert wird. Im Februar nächsten Jahres ist es damit vorbei. Das China-Center muss ausziehen. So wurde es in einem Zivilprozess vor dem Landgericht vereinbart, um eine sofortige Räumung zu vermeiden.

Vorausgegangen war ein kurioser Mietstreit. Das Gebäude hatte den Besitzer gewechselt und gehört jetzt einem Immobilien-Entwickler. Der hat große Pläne mit dem Wohn- und Geschäftshaus aus den 60er Jahren, will es von Grund auf renovieren und „energetisch erneuern“. Da kam es möglicherweise gar nicht ungelegen, dass im vergangenen Jahr zwei Monatsmieten des China-Centers nicht eingingen. Der neue Investor reichte eine Räumungsklage ein, über die jetzt das Landgericht zu entscheiden hatte.

„Das ist unglücklich gelaufen. Und dann kamen auch noch Sprachprobleme dazu“, räumt der Rechtsanwalt des China-Centers ein. Mit dem Vorbesitzer hatte es einen Streit um Nebenkosten gegeben. Der hatte bei der Jahresabrechnung 100 000 Euro für Wasser gefordert — zwölf Mal so viel wie normal. Das China-Center hatte die Summe bezahlt, wollte die Sache aber geklärt haben. Als das nicht passierte, wurde die Miete gekürzt.

In diese Zeit fiel der Eigentümerwechsel. Noch komplizierter wurde es, weil eine falsche Kontonummer angegeben wurde. So kamen zwei Mieten nicht an. Nachdem die Kündigung ausgesprochen war, bot der Investor dem China-Center einen neuen Mietvertrag an — zu „marktüblichen Preisen“. Doch eine Einigung kam nicht zustande.

Nachdem die Richterin erklärte, dass sie eine Räumung für rechtmäßig hält, einigten sich die Parteien auf den Vergleich. Das China-Center muss spätestens im Februar nächsten Jahres ausziehen.