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Radweg am Rhein in Düsseldorf - nochmal anders

Verkehrspolitik : Radweg am Rhein - nochmal anders

Der Düsseldorfer Stadtrat hat am Donnerstagabend beschlossen, dass sich am temporären Radweg am Rhein einiges ändern soll. Zugleich scheiterte ein OB-Kandidat mit seinem Anliegen.

Noch schneller als die Fahrer auf dem neuen Radweg am Rhein sind Politiker und Verwaltung unterwegs, wenn es darum geht, die Strecke zu verändern. Innerhalb einer Woche gab es zwei Pressekonferenzen des Oberbürgermeisters, zahlreiche Vorschläge aus den Fraktionen und seit Donnerstagabend einen neuen Beschluss dazu: Der temporäre Radweg bleibt, er wird ab dem 22. Juni auf der Rheinseite der Straße nur noch in einer Richtung befahrbar sein, im nördlichen Abschnitt gibt es dann auf beiden Seiten der Straße jeweils einen vorläufigen Radweg. Dadurch erhöhen sich die Kosten nach Angaben der Stadt von 70 000 auf rund 100 000 Euro. Der Verkehrsversuch ist bis zum 31. August angelegt.

Das alles geschieht nicht einmal eine Woche nach der Eröffnung der Strecke. Sie befindet sich zwischen Arena und Oberkasseler Brücke und soll Erfahrungen zu zwei Fragen bringen: Wie kann man Radler gut von anderen Verkehrsteilnehmern, also Fußgängern und Autofahrern, trennen, so dass alle Beteiligten in ihrem Bereich geschützt sind? Und welche Folgen hat es für die Autofahrer, wenn am Rhein in beide Richtungen nur noch eine Fahrspur zur Verfügung steht?

Schon kurz nach der Eröffnung hatte es Kritik und zahlreiche Vorschläge gegeben, wie die Strecke verändert werden sollte. Die Verwaltung schlug am Mittwoch einige Punkte vor und stellte sie am Donnerstag im Stadtrat zur Abstimmung. Das Gremium aber entschied sich mehrheitlich für eine andere Lösung. Ab Montag, 22. Juni, gibt es deshalb zwei unterschiedliche Formen des Radweges: Zwischen Messe und Theodor-Heuss-Brücke wird auf beiden Seiten der Straße eine Spur für Radfahrer sein. Entlang der Cecilienallee und des Joseph-Beuys-Ufers wird es weiterhin nur die bestehende Spur geben, diese dürfen ausschließlich Radler nutzen, die in Richtung Oberkasseler Brücke fahren. Zudem sollen Markierungen und Beschilderung verbessert werden.

Der Oberbürgermeister-Kanddiat der CDU, Stephan Keller (li.), besuchte am Donnerstag Niklas Götzen, der eine Petition gegen den Radweg auf der Cecilienallee gestartet hat Foto: Christian Herrendorf

Der Beschluss bedeutete, dass sich CDU und FDP mit ihrem Versuch, den Radweg ganz abzuschaffen, nicht durchsetzen konnten. Der Oberbürgermeister-Kandidat der Christdemokraten, Stephan Keller, hatte am Donnerstagmorgen Niklas Götzen besucht, Anwohner der Cecilienallee und Initiator einer Petition gegen den Radweg. Kellers Fazit: Die Begründung für den Weg (in Coronazeiten ist mehr Platz für Radfahrer erforderlich) sei falsch, zudem sei der Weg handwerklich schlecht gemacht. Kaum jemand nutze den Radweg, dafür erzeuge er viel Stau. Keller sagt: „Wenn es nach wenigen Tagen solchen Ärger und Sicherheitsbedenken gibt, sollte man mit dem Versuch Schluss machen.“ Diese Meinung fand keine Mehrheit im Stadtrat.