Düsseldorf: PS-Polizei nimmt Tuningszene ins Visier

Düsseldorf: PS-Polizei nimmt Tuningszene ins Visier

20 Beamte gehören zur neugegründeten Aktionsgruppe in Düsseldorf. Fahrzeuge werden teilweise mit Apps manipuliert.

Düsseldorf. Das Verbotene kann im Lamborghini, im Ford Mustang oder auch im alten Opel stecken. Für den normalen Streifenpolizisten ist kaum noch festzustellen, wenn Tunings-Fans an ihren Fahrzeugen manipuliert haben. Doch nun wurde eine „Aktionsgruppe Tuning“ gegründet, die allen Tricks der PS-Protzer auf die Spur kommen soll. 20 Beamte mit Spezialkenntnissen haben sich gemeldet.

Foto: Melanie Zanin

„Das sind alles Kollegen, die sich auch privat für das Thema interessieren“, so Jan Baumann, stellvertretender Chef der Direktion Verkehr. Denn die Tuning-Methoden werden immer raffinierter. Baumann: „Grundsätzlich haben wir nichts gegen Tuning, so lange man sich an die Regeln hält.“ Die Grenzen sind überschritten, wenn andere Menschen belästigt oder gefährdet werden. Durch Lärm, Fahrkunststücke mit durchdrehenden Reifen oder privaten Wettrennen. Und wenn die aufgemotzten Fahrzeuge nicht verkehrssicher sind, weil verbotene Teile eingebaut wurden.

Den Möglichkeiten, wie man Autos für die Poser-Parade auf der Königsallee in Form bringt, sind keine Grenzen gesetzt. Das Tieferlegen ist noch die Methode, die am einfachsten von der Polizei auszumachen ist. „Mindestens sieben Zentimeter Bodenfreiheit sind vorgeschrieben“, erklärt Manuel Heinze, der Sachbearbeiter Strategie der Tuning-Gruppe.

Um anderen Manipulationen auf die Spur zu kommen, braucht es Spezialwissen. Manche Tricks können nur von Experten entdeckt werden. So ist es möglich, Motoren durch eine App aufzumotzen. Baumann: „Das kann bis zu 50 PS mehr ausmachen. Die Computer-Steuerung der Motoren wird damit verändert.“ Damit verändern sich aber auch die Abgas- und Verbrauchswerte des Fahrzeugs. Um solche Mogeleien zu erkennen, muss man schon ganz genau hinsehen.

Aber es gibt auch andere Methoden, um die Ordnungshüter hinters Licht zu führen. Man kann sich auch Tuning-Teile ganz legal genehmigen und in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen und dabei trotzdem gegen Gesetze verstoßen. Heinze: „Es gibt Teile, die man einbauen darf, aber eben nicht gemeinsam. Zum Beispiel ein kleines Sportlenkrad, das mit zu großen Reifen nicht mehr verkehrssicher ist.“ Das sei eine bewusste Täuschung, die dann auch mit einem Bußgeld bestraft wird. Das kann bei 30 oder 40 Euro anfangen, aber auch mit Abschleppkosten und anderen Gebühren, wenn ein Wagen stillgelegt wird, schnell die 500-Euro-Marke überschreiten.

Manchmal steckt allerdings keine böse Absicht dahinter. Im Internet werden viele Teile angeboten, meist mit dem Hinweis, dass eine Eintragung in die Papiere nicht erforderlich ist. Oft ist das eine glatte Lüge. Die Beamten empfehlen dringend, sich vor dem Einbau solcher „Schnäppchen“ gründlich zu informieren. Wie Jan Baumann deutlich macht, gehe es nicht darum, den Tuning-Fans den Spaß zu verderben: „Wenn sie sich an die Gesetze halten.“ Das wird bei den regelmäßigen Kontrollen der Spezialtruppe überprüft. Den typischen Tuning-Fan gibt es übrigens nicht: „Das geht durch alle Alters- und Bildungsschichten, vom Lamborghini, Ferrari bis zum Opel.“