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Prozessauftakt in Düsseldorf​: Wegen Vergewaltigung Angeklagte schweigen​

Erster Prozesstag in Düsseldorf : Hotelschiff-Vergewaltigungen: Mutmaßliche Täter schweigen

Nach den Vergewaltigungen einer Ukrainerin auf einem Hotelschiff am Rhein hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei 27 und 38 Jahre alte Männer erhoben.

(csr/dpa) Beim Prozessauftakt um die zweifache Vergewaltigung einer geflüchteten Ukrainerin in Düsseldorf haben beide Angeklagte zum Tatvorwurf geschwiegen. Wer am Mittwoch am Landgericht nicht als Zeugin erschien, war das mutmaßliche Opfer: Die 18-Jährige habe sich mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.

Angeklagt sind zwei 26- und 38-jährige Männer, die wie die junge Frau aus der Ukraine geflohen und vorübergehend in Düsseldorf auf einem Hotelschiff untergebracht waren. Das Hotelschiff mit dem Namen „Oscar Wilde“ lag im März am Unteren Rheinwerft.

Die 18-Jährige war nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine nach Düsseldorf geflohen. Dort sollen die beiden Männer am 6. März in ihrer Kabine nacheinander über sie hergefallen sein. Den beiden Angeklagten droht neben einer Haftstrafe auch die Abschiebung.

Zum Auftakt hatte der vorsitzende Richter den Angeklagten erklärt, dass sich Geständnisse zwar erheblich strafmildernd auswirken würden, Bewährungsstrafen aber in diesem Fall nicht in Betracht kämen.

Opfer habe einen der Täter für ein Gespräch in die Kabine gelassen

Die Bewohner waren auf dem Schiff in einzelnen Zimmern und nach Geschlechtern getrennt untergebracht, soweit es sich nicht um Familien handelte. Und alle Zimmer seien von innen abschließbar gewesen, was die Stadtverwaltung damals auf Anfrage mitgeteilt hatte. Doch in einem Gemeinschaftsraum seien sich die junge Frau und der 27-jährige Verdächtige am Tatabend zufällig begegnet, so die Anklage.

Um ein dort begonnenes Gespräch fortzusetzen, habe die Frau den neuen Bekannten völlig arglos dann angeblich mit in ihre Schlafkabine genommen. Dort allerdings sei er ohne Vorwarnung plötzlich zudringlich geworden, habe sie zu sexuellen Handlungen aufgefordert und die 18-Jährige trotz ihrer heftigen Gegenwehr vergewaltigt.

Kaum hatte er die Kabine aber verlassen, soll die junge Frau nur zehn Minuten später erneut einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen sein, diesmal durch den 38-jährigen Mitbewohner auf dem Flüchtlingsschiff. Nach bisherigen Ermittlungen kannten sich die beiden Männer angeblich nicht, sollen sich demnach auch nicht zu Gewaltdelikten gegen die 18-Jährige verabredet haben. Auf dem Hotelschiff befanden sich damals nach Behördenangaben 88 Personen, davon 26 Geflüchtete. Die anderen waren Hotelgäste. Die beiden Angeklagten waren noch am Abend des Vorfalls festgenommen worden.

(csr/dpa)