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Düsseldorf: Prozess zu Messerattacke: Passant rettet Frau das Leben

Düsseldorf : Prozess zu Messerattacke: Passant rettet Frau das Leben

Täter müssen sich jetzt vor Gericht verantworten. Studentin ist bis heute traumatisiert.

Düsseldorf. Wie schnell ein Spaziergänger zum Lebensretter werden kann, wurde am Dienstag vor Gericht deutlich: Klaus Groß (67) hat einen 24-Jährigen im Südpark gestellt, der mit einem Teppichmesser bewaffnet eine 19-Jährige attackiert hatte. Als er die Hilfeschreie der Studentin hörte, rannte der Anwohner ohne zu zögern los, und nahm den Täter in einen Polizeigriff. Danach hielt er seinen Gegner fest, bis die Polizei kam. Am Dienstag sagte er vor Gericht gegen Wahid G. (24) aus.

„Ich war mit meiner Tochter draußen. Sie hörte die Schreie als Erste. Ich rannte los und sah, wie im Gebüsch ein Paar miteinander kämpfte.“ Und er hörte, wie verzweifelt und voller Panik das Mädchen schrie. „Da greift man doch ein“, so der Held vom Südpark. „Im Nachhinein denkt man schon, das hätte auch schief gehen können.“ Auch Jürgen Becker, Anwalt der Studentin, meint: „Er hat meiner Mandantin wahrscheinlich das Leben gerettet.“

Bis heute ist die Studentin schwer traumatisiert. Sie traut sich nicht mehr aus dem Haus und weigerte sich weinend, gegen die Täter auszusagen, solange sie im Saal waren. Denn eigentlich waren es zwei Angreifer. Wahid G. und Mustafa H. (19) kannten sich aus dem Iran und waren erst wenige Tage in Deutschland. 2700 Euro zahlten sie an Schlepper, machten sich auf eine dreiwöchige Flucht über die Türkei, Griechenland und Österreich. In Deutschland hofften sie auf eine bessere Zukunft.

Doch beide nahmen schon in der Heimat Heroin. In Deutschland waren aufgrund der Drogensucht Erbe und Ersparnisse bald aufgebraucht. Da lief ihnen die junge Frau über den Weg. Mit einem Teppichmesser bedrohten sie ihr Opfer. Als Mustafa H. die Geldbörse in die Hände bekam, flüchtete er.

Sein Kumpel versuchte, die junge Frau die Böschung runterzustoßen. Doch die hielt ihn an der Jacke fest. Er stürzte mit. Es kam zu einer Rangelei. Nachdem Groß die junge Frau befreit hatte, sah er: „Sie war am ganzen Körper verletzt, hatte Würgemale am Hals und mehrere Messerschnitte.“ Den Komplizen schnappte die Polizei wenige Minuten später in einer Kleingartenanlage.

Der Prozess wird fortgesetzt. BK