Prozess um Sex beim „Chakra“

Prozess um Sex beim „Chakra“

Arzt zahlt 1000 Euro an seine ehemalige Patientin.

Es soll sich um eine kulturübergreifende Behandlung gehandelt haben, die ein inzwischen 68 Jahre alter Arzt seiner Patientin angedeihen ließ. Denn zur asiatischen „Chakra-Behandlung“ floss angeblich auch „Christus-Energie“. Für die Staatsanwaltschaft war das allerdings sexueller Missbrauch. Dafür war der Arzt vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden und hatte dagegen Berufung eingelegt. Die wurde gestern vor dem Landgericht verhandelt.

Die knapp unter 40 Jahre alte Frau hatte den Arzt aufgesucht, weil sie unter psychischen Problemen unter anderem wegen einer Narbe am Steißbein litt. Die Beschwerden wollte der 68-Jährige mit der „Chakra-Behandlung“ lindern. Dabei soll er mit seinen Fingern in die Vagina eingedrungen sein und dabei gezittert haben. Etwa eine Stunde habe die „Behandlung“ gedauert. Obwohl die Patientin sich dabei unwohl fühlte, ließ sie die gleiche Prozedur acht Tage später noch einmal über sich entgehen.

Die Frau hatte sich an die Ärztekammer gewandt, die ein Ordnungsgeld von 5000 Euro gegen den Arzt verhängte. Als die Bezirksregierung davon erfuhr, erstattete sie die Strafanzeige. Der 68-Jährige bestritt die Vorwürfe. Weil die Hauptzeugin aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verhandlung kam, wurde das Verfahren eingestellt. Allerdings mus der Arzt 1000 Euro an seine Ex-Patientin zahlen. si

Mehr von Westdeutsche Zeitung