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Prozess um Millionen-Betrug mit Wertpapieren in Düsseldorf

Gericht : Prozess um Millionen-Betrug mit Wertpapieren in Düsseldorf

Sieben Männern wird der Prozess gemacht, weil sie Anleger mit faulen Aktien um Millionen Euro geprellt haben sollen.

Weil sie arglose Anleger mit faulen Aktien um mehrere Millionen Euro geprellt haben sollen, stehen seit Dienstag sieben Männer zwischen 28 und 42 Jahren aus Düsseldorf und Umgebung vor Gericht. Eine Stunde brauchte der Staatsanwalt, um die Anklage zu verlesen - alphabetisch ging er die Namen der angeblich betrogenen Anleger durch, nannte die von ihnen investierte Summe in brutto und netto sowie den daraus resultierenden Gewinn, der in jedem Fall "null" lautete.

Um wertlose Aktien unter gutgläubige Anleger zu bringen, soll die Gruppe sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft so genannter "Rappenwerte" bedient haben: Anfang des Jahres 2007 hätten sie eine schweizerische Aktiengesellschaft gekauft. Diese sei ordnungsgemäß an deutschen Börsen notiert gewesen. Über Vermögen habe sie nicht verfügt, dafür aber über fast zehn Millionen Aktien - im Wert von wenigen Schweizer Rappen.

Diese Aktien sollen die Angeklagten für insgesamt 200.000 Euro gekauft und zugleich den Internetauftritt der angeblichen Firma drastisch aufgehübscht haben. Der angebliche Computerspiele-Entwickler soll mit fantastischen Gewinn- und besten Wachstumsaussichten gelockt haben. Die Angeklagten hätten Anleger per Telefon mit Verweis auf den Internetauftritt akquiriert: Fast neun Millionen Aktien sollen sie so über ein Treuhandkonto, auf dem am Schluss fast 1,4Millionen Euro ge egen hätten, verkauft haben. 1,1Millionen hoben sie laut Staatsanwalt ab und teilten das Geld.

Und nach Ansicht der Anklagevertreter ergaunerten die Männer 2008 mit einer ähnlichen Masche nochmals rund eine Million Euro: Sie sollen eine Schweizer AG für den Freihandel an der Frankfurter Börse gekauft haben. Auch diese eine bloße Aktienhülle ohne Kapital oder Produktionsmittel.

Die Anleger sollen mit einem Internetauftritt zum Thema "Erneuerbare Energien" und der Andeutung, dass der Einstieg des Energie-Unternehmens Eon bevorstehe, getäuscht worden sein. Der Prozess wird fortgesetzt.