Prozess um Kurden-Demo beim WDR

Prozess um Kurden-Demo beim WDR

21-Jähriger war völlig uneinsichtig. Er muss 30 Stunden arbeiten.

Mit einer Gruppe von 15 Personen stürmten pro-kurdische Demonstranten im März vergangenen Jahres das Gebäude des WDR im Hafen. Sie forderten Sendezeit in den Lokalnachrichten. Besonders renitent verhielt sich dabei ein 21-Jähriger. Der weigerte sich, das Gebäude freiwillig zu verlassen. Wegen Hausfriedensbruchs musste er sich gestern vor dem Jugendrichter verantworten.

Mit einem Trick waren die Demonstranten in den Sender gelangt. Gegen 18 Uhr hatte eine junge Frau dem Pförtner erklärt, dass sie sich um ein Praktikum bewerben wolle. Als der die Tür öffnete, rannten 14 weitere Personen mit ihr durch den Eingang. Im WDR forderte die Gruppe, dass über die Aktion in den Lokalnachrichten berichtet wird, um auf die dramatische Situation der Kurden aufmerksam zu machen. Das allerdings lehnte der Sender ab.

Weil die zumeist jungen Leute sich weigerten, den Sender freiwillig wieder zu verlassen, wurde die Polizei zu Hilfe gerufen. Die Beamten beförderten die Demonstranten schließlich vor der Türe. Der 21-Jährige verhielt sich dabei aber so unkooperativ, dass Strafanzeige wegen Hausfriedens erstattet wurde.

Auch gestern vor Gericht zeigte sich der junge Mann völlig uneinsichtig und kündigte an, dass er sich wieder so verhalten würde. Damit war eine Einstellung des Verfahrens ausgeschlossen. Verurteilt wurde der 21-Jährige zu 30 Arbeitsstunden. si

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