Prozess um Fremden in der Wohnung

Prozess um Fremden in der Wohnung

Mann stößt nachts auf Unbekannten in der Küche.

Es war eine unerwartete Begegnung für den Mieter einer Wohnung an der Erkrather Straße. Denn im September vergangenen Jahres stand nachts in der Küche ein Mann, den er noch nie gesehen hatte. Der allerdings machte sofort klar, dass er keinesfalls ein Einbrecher sei, sondern von zwei Männern verfolgt werde. Dies tat der 29-Jährige so überzeugend, dass der Mieter ihm glaubte und die Polizei rief. Das nutzte der Mann, um sich die Geldbörse mit 214 Euro einzustecken und zu flüchten. Er wurde jedoch kurz danach festgenommen. Gestern fand der Prozess vor dem Amtsgericht statt.

Der Angeklagte, der seit acht Jahren heroinsüchtig ist, legte ein Geständnis ab. Er habe an dem Abend in Wuppertal kein Rauschgift bekommen, weil dort eine Polizei-Razzia war. In Düsseldorf sei er dann von einem Dealer betrogen worden. Der habe seine letzten 50 Euro genommen und sei damit spurlos verschwunden. Dann entdeckte er an der Erkrather Straße das auf Kipp stehende Fenster. Auf die Frage des Richters, ob er nicht damit rechnete, dass sich dort jemand aufhielt, antwortete der 29-Jährige: „Ich habe mir nichts dabei gedacht.“

Da der Mann erheblich vorbestraft ist, war eine Bewährung nicht möglich. Er wurde zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. si

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