Prozess um Abzocke im Bordell hinter dem Bahndamm in Düsseldorf

Gericht : Wurden im Bordell hinter dem Bahndamm in Düsseldorf Freier abgezockt?

Drei Prostituierte und ein Wirtschafter sollen Kunden 120 000 Euro abgeknöpft haben.

Es waren spektakuläre Bilder, die zeigten, was die Polizei alles gefunden hatte: Im Juli vergangenen Jahres hatte das Bordell hinter dem Bahndamm unerwarteten Besuch bekommen. Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei damals an und stellte das Etablissement auf den Kopf. Zahlreiche Waffen und rund 100 000 Euro wurden sichergestellt. Vom 29. April an müssen sich vier Prostituierte und ein Wirtschafter des Hauses nun wegen schwerer räuberischer Erpressung vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen Freier mit Alkohol und Drogen betäubt haben, um dann mit den EC- und Kreditkarten der Opfer hohe Geldbeträge abzuheben.

Bereits seit November 2016 soll es in dem Bordell nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Es häuften sich die Hinweise von Kunden, dass sie in dem Haus ausgenommen worden waren. Teilweise hätten die Prostituierten überhaupt keine Leistung erbracht. Stattdessen sollen die Frauen und der Wirtschafter ohne Zustimmung der Männer mehr als 120 000 Euro von den Opfern kassiert haben.

Ein weiterer Verdächtiger ist inzwischen verstorben

Der 55-jährige Wirtschafter soll der Hauptverantwortliche sein. Ein weiterer Mann, gegen den ebenfalls ermittelt wurde, ist inzwischen verstorben. Die vier Prostituierten im Alter von 35 bis 58 Jahren sollen ihm die EC- und Kreditkarten von Freiern gegeben haben, wenn diese bereits durch Drogen und Alkohol außer Gefecht gesetzt waren. Der Wirtschafter hat nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dann hohe Geldbeträge an Automaten abgehoben. Die Frauen zahlte er mit Bargeld aus. Der Prozess ist zunächst auf zwei Verhandlungstage angesetzt si.

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