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Düsseldorf: Prozess: Pfefferspray beim Schlemmertreff

Düsseldorf : Prozess: Pfefferspray beim Schlemmertreff

Rentner attackierte hupenden Autofahrer. Das kostet ihn 6500 Euro.

Düsseldorf. Normalerweise geht es beim Gourmet-Treff an der Königsallee ausgesprochen entspannt zu. Doch ein 80 Jahre alter Rentner rastete völlig aus. Weil er sich durch die Hupe eines amerikanischen Straßenkreuzers gestört fühlte, attackierte er zwei Männer mit Pfefferspray. Dabei wurde ein 69-jähriger Chauffeur so schwer verletzt, dass er Atemnot hatte und vom Notarzt behandelt werden musste. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich der rabiate Senior am Dienstag vor dem Landgericht verantworten.

Stilecht hatten Karina Clemens und Horst Kordes die Gourmetmeile an der Kö angefahren. Doch als das Künstler-Ehepaar nach Hause wollte, gab es Ärger. Wie der Chauffeur erklärte, habe er aus der Parklücke fahren wollen. Doch ein anderes Auto parkte in der zweiten Reihe und blockierte den Weg: „Dann habe ich zweimal gehupt, damit der Fahrer sich meldet.“ Dadurch fühlte sich der Angeklagte, der mit einem Pflegehund unterwegs war, belästigt. Er schlug mit der Hand auf das Auto und beschimpfte den 69-Jährigen.

Als der Fahrer ausstieg und Kordes noch dazu kam, zog der 80-Jährige plötzlich das Pfefferspray aus der Tasche. „Damit hatte niemand gerechnet. Das war wie ein Terroranschlag“, sagte Karina Clemens am Dienstag aus.

Der Angeklagte, der bisher nicht vorbestraft ist, schilderte eine völlig andere Version des Geschehens. Er sei verfolgt und von hinten angegriffen worden. Es habe sich um Notwehr gehandelt.

Ein unbeteiligter Medizinstudent, der auch Erste Hilfe leistete, war allerdings sicher, dass es eine solche Attacke auf den Rentner nicht gegeben habe. Auch andere Besucher der Gourmet-Meile hätten durch das Pfefferspray brennende Augen gehabt.

Vom Amtsgericht war der 80-Jährige zu einer Geldstrafe von 7200 Euro wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Das Landgericht stellte das Strafverfahren am Dienstag ein. Allerdings muss der Senior Horst Kordes und seinem Chauffeur 6500 Euro Schmerzensgeld zahlen.