Prozess: Brutale Sex-Attacke in der Diskothek

Prozess: Brutale Sex-Attacke in der Diskothek

Zeugin verhinderte Vergewaltigung. Opfer bekommt 6000 Euro Schmerzensgeld.

Düsseldorf. Janna (Name geändert) wolle in der Diskothek Treibgut an der Ronsdorfer Straße nur mal schnell zur Toilette gehen. Fast wäre die Studentin dabei Opfer einer brutalen Vergewaltigung geworden. Doch eine aufmerksame Zeugin hörte verzweifelten Hilfeschreie der 22-Jährgen und vertrieb den Angreifer. Der 36-Jährige musste sich jetzt wegen versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten.

Ohne jede Vorwarnung hatte der Angeklagte mit der Faust zugeschlagen, als Janna gegen 0.45 Uhr aus der Damen-Toilette kam. Danach drückte er die zierliche Frau in einen Abstellraum und warf sie zu Boden. Immer wieder schlug er auf die Studentin ein, die sich nach Kräften wehrte. Dabei trug sie Prellungen und Hämatome am ganzen Körper davon.

Obwohl die 22-Jährige laut um Hilfe schrie, versuchte der durchtrainierte Mann, sie zu vergewaltigen. „Er hatte mir den Rock bis zu den Brüsten hochgeschoben“, erklärte das Opfer. Ein Angestellte der Diskothek, die an der Tür vorbei lief, dachte sich nichts Böses und hielt die beiden für ein Liebespärchen, denn es kommt öfter vor, dass sich Besucher der Diskothek in den Abstellraum zurück ziehen.

Schließlich hörte eine Sozialarbeiterin die Hilferufe der Frau. „Die Schreie wurden immer panischer“, schilderte die 32-Jährige den Vorfall. Sie erkannte sofort, dass es sich um eine versuchte Vergewaltigung handelte und ging auf den Angreifer los: „Ich habe versucht, den Mann runter von ihr zu bekommnen.“ Dann griff die Zeugin einen Besenstiel und schlug den Angeklagten zweimal auf den Kopf. Der 36-Jährige flüchtete, „lief“ allerdings in einen groß gewachsenen Türsteher und war danach kampfunfähig.

„Ich kann mich an die ganze Sache nicht erinnern“, erklärte der Mann, der in einem Call-Center arbeitet. Er habe an dem Abend im August vergangenen Jahres schon nachmittags am Rhein mit Freunden Jägermeister getrunken. Danach sei allein zum Feiern in die Disko gefahren. Er hatte 2,22 Promille im Blut.

Da der Mann bisher nicht vorbelastet ist, kam er mit einer relativ milden Strafe davon. Die 18 Monate Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt. Allerdings muss er Janna, die nach der Sex-Attacke ein Semester ihres Studiums ausfallen ließ, 6000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Und der 36-Jährige wurde zu einer Psychotherapie verpflichtet, die er spätesten in drei Monaten beginnen muss.

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