Premierensitzung im Henkel Saal mit einigen Kinderkrankheiten

Karneval : Premierensitzung im Henkel Saal mit einigen Kinderkrankheiten

Bei den Männern war die Stimmung ziemlich verhalten und auch am Programm gab es einige Kritik.

Es war zumindest mal eine nette Idee, die Jungs und Mädels erst einmal getrennt feiern zu lassen, um dann gegen 21.30 Uhr die Türen zwischen dem Henkel Saal und der Gastronomie zu öffnen und das Partyvolk zusammen zu führen. Doch so richtig kam die Idee „Karneval hoch2 – Freche Mädchen und wilde Kerle“ bei der Premiere nicht an. Es blieben viele Plätze leer, besonders bei den Männern. Ob es daran lag, dass man später zusammen feiern musste, obwohl man eigentlich lieber unter sich geblieben wäre oder man lieber direkt zusammen gefeiert hätte, wurde dabei nicht so richtig klar. Aber auch am Programm gab es einiges auszusetzen.

Bei den Männern im Henkel Saal war es ziemlich leer. Nur etwa 100 Jecken sorgten in dem riesigen Saal natürlich nicht für eine ausgelassene Stimmung. Das Programm war ziemlich auf Herrensitzung getrimmt. Manni der Rocker sprach über die Bindegewebeschwächen bei Frauen, wofür er neben an sicherlich Prügel kassiert hätte. Doch hier sorgte er zumindest für einige Lacher.

Lebhafter ging es nebenan zu. Dort war es richtig kuschelig und die Stimmung ausgelassen. Das lag zum einen daran, dass es viel voller war und die Mädels viel tanzwütiger waren. Hier gab es auch mehr Musik. Kuhl un de Gäng machten richtig Stimmung und sorgten für der ersten Kreischalarm. Es wurde gesungen, getanzt und geschunkelt. Außerdem waren die Mädels auch viel kreativer bei der Auswahl der Kostüme. Elfen, Piraten-Bräute, Cloms und Schlager-Outfits sorgten für ein buntes Bild bei den Närrinnen.

Auch bei der Auswahl der Getränke gab es ein völlig unterschiedliches Bild. Während bei den Jungs überwiegend Altbier-Fässer auf den Tischen standen, gab es bei den Frauen viel Wein und Prosecco.

Nach einer Tanzeinlage von den Palm Beach Girls, einer Tanzgruppe aus aus Köln, die eine tolle Show auf die Bühne zauberten, setzte man weiter auf zotige Witze. Die vom Tulpenheini waren allerdings überhaupt nicht jugendfrei. Deshalb gibt es auch an dieser Stelle keine Kostprobe aus seinem Programm. Zum Abschluss der Solo-Partys versuchte dann Jasmin Herren ihr Glück mit Mallorca-Songs vom Ballermann. Sie gab sich wirklich Mühe und zeigte vollen Körpereinsatz, aber die Jungs kamen einfach nicht so richtig in Stimmung. Aber vielleicht ist es auch nicht so richtig sinnvoll, alle Mädchen zum Klatschen aufzufordern, wenn im Publikum nur Jungs sind.

Manuel Nelz, Präsident der Uzbröder, und Präsident Manfred Henkel standen leicht gelangweilt am Stehtisch: „Wir haben bestimmt Spaß, wir können es nur nicht so richtig mit unseren Gesichtern ausdrücken.“ Spaß zeigen gelang den Mädels viel besser, aber trotzdem konnten sie die Jungs von der Faulth Dance Company nicht zum Ausziehen überreden, obwohl sie es lautstark forderten.

„Die Idee finde ich super, nur schade, dass das von den Männern so schlecht angenommen wurde. Aber ein paar Änderungen im Programm sollte man schon vornehmen. Einer von den frauenfeindlichen Witze-Erzählern hätte bestimmt gereicht“, sagte Jörg Wiese. Und Ehefrau Nina Wiese, Ex-Tonnenbäuerin von Niederkassel, äußerte sich ähnlich: „Die Party hat ein paar Kinderkrankheiten, hat aber sicherlich Zukunft.“

Als dann beide Gruppen vereint waren, sorgte der  Auftritt von Willi Herren für Unmut. Dafür konnte er allerdings nichts, denn die Anlage hatte technische Probleme, so dass man ihn kaum verstehen konnte. Allerdings gab es auch hier Kritik: „Der macht viel zu viel Mallorca-Musik. Dabei ist das hier eine Karnevalsveranstaltung“, sagte Yvonne Konnertz. Richtig gute Stimmung machte dann Ex-Karnevlasprinz Christian Erdmann, der als DJ bei der After-Show-Party auflegte.

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