Preisgedämpftes Wohnen doch nur moderat teurer

Preisgedämpftes Wohnen doch nur moderat teurer

„Ampel“ will im Wohnkonzept vorgesehene Verkaufspreise für Eigentum auf 2950 statt auf 3400 Euro pro Quadratmeter anheben.

Die Wohnungsexperten der Ampel-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP treten bei der geplanten Erhöhung der Verkaufspreise im preisgedämpften Wohnsegment des Handlungskonzeptes Wohnen auf die Bremse. Im Fachausschuss am Montag wollen sie dem Vorschlag von Wohnungswirtschaft und Wohnungsamt nicht folgen, die Höchstpreis-Grenze von 2500 auf 3400 Euro pro Quadratmeter hochzuschrauben. Der Änderungsantrag der „Ampel“ sieht nun 2950 Euro vor, wodurch der Aufschlag von rund 35 Prozent halbiert wird.

Zum Hintergrund: Das Handlungskonzept Wohnen sieht vor, dass Investoren in Neubaugebieten 40 Prozent des Wohnraums sozial gefördert oder preisgedämpft realisieren müssen. In letztgenanntem Segment gilt eine maximale Kaltmiete von 9,60 Euro und bislang ein Verkaufspreis von 2500 Euro pro Quadratmeter. Laut Unternehmen der Wohnungswirtschaft, Haus und Grund und dem Ring Deutscher Makler geht diese Summe allerdings an den steigenden Anforderungen und Preisen im Wohnungsbau vorbei. In einer mit Wohnungsamt und Stadtsparkasse aufgestellten Modellrechnung kamen die Experten zum Ergebnis, dass 3400 Euro pro Quadratmeter für Beispielfamilien der definierten Zielgruppe (Krankenschwester, Polizist, Lehrer etc.) finanzierbar seien.

Hans-Jochem Witzke (SPD) hatte als Vorsitzender des Mietervereins das beispielhafte Einkommen der Modellfamilie dagegen als viel zu hoch angesetzt kritisiert (die WZ berichtete). Der Vorsitzende des Wohnungsausschusses Uwe Warnecke (Grüne) sagte gestern: „Diese Summe ist nicht als preisgedämpft darstellbar.“ Die moderatere Anpassung geht nun auf ein Gutachten des Büros Quaestio Forschung und Beratung zurück. Das kam 2015 in einem Gutachten zum Ergebnis, dass die Spanne von 2450 bis 2950 Euro pro Quadratmeter der damals noch flexibel geltenden preisgedämpften Miete von 8,50 bis 10 Euro entspreche.

Werner Fliescher (Haus und Grund) hält das für „zu kurz gesprungen“. Investoren müssten so andere Wohnungen des Projektes um so teurer machen. ale

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