Ehedrama: Pooths ehemaliger Leibwächter gesteht Tötung

Ehedrama: Pooths ehemaliger Leibwächter gesteht Tötung

39-Jähriger brachte seine Ehefrau mit Kabelbinder um. Aber sie soll angeblich nicht bewusstlos gewesen sein.

Düsseldorf. Gleich zu Beginn des Prozesses legte Jens H. gestern vor dem Landgericht ein Teilgeständnis ab. Zwölf Jahre hatte er sich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr verpflichtet und danach eine Ausbildung zum Personenschützer gemacht. Nachdem seine erste Ehe, aus der zwei Töchter hervorgingen, gescheitert war, lernte er seine zwei Ehefrau kennen.

Der Angeklagte Jens Christoph H. (M) kommt am 18.02.2016 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) im Landgericht in den Gerichtssaal. Der Ex-Bodyguard von Verona Pooth soll seine Ehefrau ermordet haben. Foto: Marcel Kusch

Doch es gab immer wieder Streit. in der Beziehung. Mal ging es um die Besuche der beiden Töchter aus erster Ehe. Außerdem konnte Jens H. die Finger nicht von Drogen und Alkohol lassen. Mehrfach wurde der 39-Jährige darum stationär behandelt. Rückfälle gab es immer, wenn seine Ehefrau im Urlaub war. Hinzu kamen erhebliche finanzielle Probleme. Zuletzt konnte Jens H. nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen.

Der Angeklagte Jens Christoph H. sitzt am 18.02.2016 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) mit zusammengefalteten Händen im Landgericht im Gerichtssaal. Der Ex-Bodyguard von Verona Pooth soll seine Ehefrau ermordet haben. Foto: Marcel Kusch

Auch am Tattag gab es nach dem gemeinsamen Frühstück auf der Terrasse an der Rüdigerstraße wieder eine heftige Auseinandersetzung. Jens H. räumte ein, der 49-Jährigen heimlich das Beruhigungsmittel Lorazepam verabreicht zu haben. Er habe sie aber zunächst nicht töten wollen. Die Anklage geht davon aus, dass der Leibwächter die wehrlose Frau dann mit Kabelbinder getötet hat.

Jens H. behauptet, seine Ehefrau sei dann wieder aufgewacht und der Streit ging weiter: „Ich habe sie mit beiden Händen an den Hals gefasst und mit einem Kampfsportgriff die Schlagader abgedrückt.“ In dem Moment habe er den Kabelbinder auf dem Tisch liegen sehen, mit dem er angeblich am Tag vorher Kabelkanäle verlegt hat. Spontan sei ihm die Idee gekommen, die 49-Jährige zu töten. Warum er sie anschließend ins Badezimmer brachte, zehn Mal auf den toten Körper einstach und dem Opfer mit einer Rosenschere alle Finger bis auf die Daumen abschnitt, konnte der Angeklagte nicht erklären.

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