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Polizei: Zehnjähriger von Sextäter missbraucht

Polizei: Zehnjähriger von Sextäter missbraucht

Ein Junge wurde in Kaiserswerth von einem Mann in ein Gebüsch gelockt und dort zu sexuellen Handlungen gezwungen.

Düsseldorf. Ein zehnjähriger Junge ist, wie die Polizei erst gestern mitteilte, bereits am Samstag in Kaiserswerth von einem Sextäter missbraucht worden.

Der Junge war gegen 10 Uhr mit seinem Hund auf dem Diakonie-Gelände spazieren, als er von einem etwa 35 bis 40 Jahre alten Mann angesprochen wurde. Der Unbekannte lockte den Jungen in ein nahe gelegenes, sichtgeschütztes Gebüsch. Dort zwang er den Zehnjährigen, sexuelle Handlungen an ihm auszuführen.

Der Junge lief danach völlig verstört nach Hause, informierte seine Eltern. Die riefen die Polizei. "Der Junge und die Eltern haben richtig reagiert", sagt Annette Becker, beim Kommissariat Vorbeugung für die Aufklärung zum Thema Missbrauch zuständig. Verhindern konnte der Junge die Tat ihrer Meinung nach kaum. "Es war niemand in der Nähe. Er konnte also nicht um Hilfe rufen."

Umso wichtiger ist es, dass die Kinder zu Vorsicht im Umgang mit unbekannten Erwachsenen sensibilisiert werden. "Man muss nicht antworten, wenn man von einem Erwachsenen angesprochen wird. Wenn ein Erwachsener irgendeine Frage hat, soll er einen Erwachsenen fragen", sagt Becker. Der Junge wird zurzeit von seinen Eltern betreut, "das ist auch das Beste", findet die Polizistin. Ganz wichtig sei, dass die Kinder über das Erlebte reden.

Trotz dieses Vorfalls warnt die Polizei die Eltern in Kaiserswerth und Umgebung vor Hysterie. "Das ist der erste Fall, von dem ich in diesem Bereich höre", erklärt Polizeisprecher Wolfgang Rodax. Auch sonst sei in der Stadt in den vorigen Jahren relativ wenig vorgefallen.

Vor allem zwei Fälle sind in Erinnerung geblieben: Im Februar 2007 sorgte ein Fall in Bilk für Aufsehen. Ein bislang unbekannter Mann war einer Achtjährigen auf dem Weg von der Schule nach Hause gefolgt und in die Wohnung eingedrungen, als das Mädchen die Tür öffnete. Im Kinderzimmer berührte er die Achtjährige und fotografierte sie mit heruntergezogener Hose mit seinem Handy. Einen ähnlichen Fall gab es in Bilk schon 2006. Doch dieser Täter kann der Beschreibung nach nichts mit dem Fall in Kaiserswerth zu tun haben.

Der dortige Sextäter konnte von dem Jungen bislang nur in Grundzügen beschrieben werden. Er war etwa 1,80 Meter groß, hatte dunkles, gelocktes Haar, trug Jeans und weiße Turnschuhe. Hinweise an die Polizei: Telefon 8700.