1. NRW
  2. Düsseldorf

Polizei sucht 2,7 Tonnen Ekelfleisch

Polizei sucht 2,7 Tonnen Ekelfleisch

Auch fünf Tage nach den eiligen Razzien in Behördenkantinen bleibt ein Großteil der Ware unaufindbar.

Düsseldorf. Der Skandal um Ekelfleisch in Gerichts- und Behördenkantinen stellt die Ermittler weiter vor Rätsel. Mehr als 2700 Kilogramm verdreckten Rindfleischs, die eigentlich längst vernichtet sein sollten, bleiben in der Region Düsseldorf/Duisburg spurlos verschwunden. Das bestätigt die ermittelnde Staatsanwaltschaft Duisburg.

Polizisten hatten Ende vergangener Woche in hektischen Aktionen die Kantinen unter anderem im Justizzentrum an der Werdener Straße und im Landeskriminalamt auf die ungenießbare Ware durchsucht — teilweise sogar unter den Augen von Gästen. Grund waren Hinweise auf Fleischlieferungen, die mit menschlichen Fäkalien verdreckt waren. Fündig wurde man nur in einem Teil der Betriebe; trotz der Eile wurden nur noch rund 300 Kilogramm der Ekelware sichergestellt. Ermittelt wird gegen mehrere Beschuldigte.

Laut ersten Ermittlungsergebnissen stammen die insgesamt drei Tonnen Rindfleisch aus einer größeren Partie verdorbenen Fleisches, die eigentlich in Duisburger beseitigt werden sollte. Nur kam eben ein Teil nie dort an.

Dass Mitarbeiter von Justiz und Strafverfolgungsbehörden gezielt geschädigt werden sollten, könne er ebenso wenig ausschließen, wie eine mögliche Profitabsicht bei Geschäften mit verdorbener Ware, sagt der Duisburger Staatsanwalt Detlef Nowotsch: „Das macht aus juristischer Sicht keinen großen Unterschied. Wir ermitteln wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz.“ Ebenfalls offen ließ er, ob einen Kantinier eine Mitschuld treffen könnte.

„Ich ess’ hier nur noch Käsebrötchen“, sagt eine Justizmitarbeiterin, obwohl im Gerichtszentrum laut offizieller Mitteilung keine Spuren der fiesen Ware gefunden wurden. „Die wollen uns doch verladen“, meint ein anderer Kantinengast zu Mitteilungen über die Aufklärungsbemühungen.

Ein Düsseldorfer Kantinenwirt hat sich derweil an die Mitarbeiter der von ihm belieferten Stellen gewandt und sich von den Machenschaften distanziert. Die verdreckte Ware sei nicht verarbeitet worden; man habe die Küchen- und Lagerräume grundgereinigt. Ein Metzgerbetrieb hat sich dagegen verwahrt, auf der Internetseite dieser Firma als Lieferant genannt zu werden: „Wir haben schon ein Dreivierteljahr nicht mehr dorthin geliefert.