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Düsseldorf: Polizei landet in der Abflughalle

Düsseldorf : Polizei landet in der Abflughalle

Gemeinsamer Schalter mit der Bundespolizei soll für mehr Sicherheit und Service für die Passagiere sorgen.

Düsseldorf. Polizei ist nicht Polizei. Während die einen sich um den Verkehr und Bösewichte kümmern, sind die Kollegen von der Bundespolizei für die Flugsicherheit und den Schutz der Grenzen verantwortlich. In Lohausen arbeiten die beiden Behörden jetzt zusammen. In der Abflughalle des Terminals sind jetzt in zwei Schichten Beamte von Bundes- und normaler Polizei gemeinsam im Einsatz. „Das ist ein Pilotprojekt, das es auf keinem großen Flughafen gibt“, erklärte Polizeipräsident Norbert Wesseler gestern. Gemeinsam mit Flughafendirektor Ludger Dohm und Wolfgang Wurm, dem Präsidenten der Bundespolizeidirektion St. Augustin, wurde der Schalter gestern eröffnet.

Vor allem für die Opfer von Straftaten hat die Zusammenarbeit viele Vorteile. Wem ein Gepäckstück geklaut wurde, der musste zunächst die normale Wache finden, die sich in einem Parkhaus am Ankunfts-Terminal befindet. Und das waren viele, denn insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1529 Gepäckdiebstähle angezeigt. Da ist man allerdings auf einem guten Weg. Denn bis Mai dieses Jahres konnte die Zahl auf 375 Diebstähle gedrückt werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es von Januar bis Mai 904.

Am neuen Standort haben die Geschädigten den wesentlich kürzeren Weg. Der Probebetrieb habe sich in den vergangenen Tagen bewährt. Wesseler: „Die Anzeigen auf der Wache sind jetzt praktisch bei Null.“

„Und dann kommen wir ins Spiel“, sagt Wolfgang Wurm. Die Bundespolizei ist zuständig, wenn kurzfristig Ersatzpapiere ausgestellt werden müssen. Denn sind die Dokumente gestohlen worden, droht der ganze Urlaub ins Wasser zu fallen. Wurm: „Wie lange das dauert, hängt davon ab, welche Nationalität die Opfer haben. Bei einem Deutschen können wir möglicherweise in einer halben Stunde einen Ersatz-Reisepass ausstellen, weil bei uns alle Daten zusammen laufen.“

Der neue Schalter, der von 9.30 bis 21.30 Uhr geöffnet ist, soll aber auch insgesamt für mehr Sicherheit sorgen. Zum Beispiel, wenn ein verlassenes Gepäckstück gefunden wurde. Dann können Polizei und Bundespolizei nun gemeinsam entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind.