Düsseldorf: Pilotprojekt: Pfandringe sollen Flaschensammlern helfen

Düsseldorf: Pilotprojekt: Pfandringe sollen Flaschensammlern helfen

Test läuft ein Jahr vor allem an belebten Orten. Umstritten ist, ob die Ringe an Mülleimern nicht mehr Nachteile als Vorteile haben.

Düsseldorf. In Düsseldorf werden in Kürze ausgewählte, öffentliche Mülleimer mit Pfandringen ausgestattet. Die „Ampel“-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP stimmte am Freitag im Umweltausschuss für ein einjähriges Pilotprojekt, CDU und Linke votierten dagegen.

Vor allem in belebten Gebieten sollen die Metallringe für leere Pfandflaschen installiert werden, etwa an der Rheinuferpromenade, im Medienhafen und in Flingern. Maximal sollen es fünf pro teilnehmendem Stadtbezirk sein.

Über den Sinn der etwa 70 bis 100 Euro teuren Pfandringe wird in anderen Kommunen seit längerem gestritten. In Köln etwa fielen nach einer Testphase zahlreiche Nachteile auf: Es sammelt sich anderer Müll in den Ringen, Flaschen werden als Wurfgeschosse missbraucht, die Leerung der Mülleimer dauert länger und nicht selten lösen Menschen Pfand ein, die es eigentlich gar nicht nötig hätten.

All diese Argumente zählte im Umweltausschuss auch die CDU auf. Und André Simon (CDU) fügte hinzu: „Die Flaschensammler selbst wollen die Ringe nicht, weil andere ihnen die Flaschen wegnehmen.“ Die „Ampel“-Vertreter betonten dagegen, dass der soziale Aspekt in der Kölner Studie unberücksichtigt geblieben sei. „Wollen wir es wirklich Menschen zumuten, im Müll nach Pfandflaschen zu suchen?“, fragte der Ausschussvorsitzende Philipp Tacer (SPD). Zudem betonte er positive ökologische Effekte. So landeten weniger Flaschen in der Restmüllverbrennung. Und im Gegensatz zur CDU geht die Ampel davon aus, dass weniger Scherben auf Straßen und Plätzen liegen werden.

Der Auftrag an die Verwaltung lautet nun, die Pfandringe vor allem in den Stadtbezirken eins, zwei und drei anzubringen und nach einem Jahr einen Erfahrungsbericht vorzulegen. Auch Fifty-Fifty soll mit einbezogen werden, um besser einschätzen zu können, wie Flaschensammler selbst die Pfandringe einschätzen.

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