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Passanten in Düsseldorf erfreuen sich an Tillys Känguru

Karneval in Düsseldorf : Känguru von Tilly ist erneut im Einsatz

Über die Karnevalszeit steht der Mottowagen mit Musikbeschallung erst vor der Tonhalle in Kaiserswerth, dann vor dem Alten Bahnhof in Oberkassel.

(tino) Eigentlich ist der Straßenkarneval in Düsseldorf ja komplett abgesagt, die Narren haben haben ihre ganze Feierlaune ins Internet verlegt. Aber Oskar Tasch-Schott und Klaus Unterwainig trotzen der karnevalistischen Flucht ins Digitale. Sie stellen mit dem „brennenden Känguru“, das im Rosenmontagszug 2020 die verheerenden Buschfeuer „Down Under“ thematisierte, einen der viel beachteten Mottowagen von Jacques Tilly vor den Alten Bahnhof in Oberkassel (15. bis 17. Februar) und die Tonhalle in Kaiserswerth (13./14. Februar), spielen dazu Karnevalsmusik und leben so ihre närrische Leidenschaft aus. „Normalerweise wäre die Hütte in diesen Tagen rammelvoll“, meint Unterwainig, Inhaber beider Läden. „In diesem Jahr ist aber alles anders. Wir zeigen dennoch, dass wir noch da sind, dass wir uns nicht unterkriegen lassen, dass wir gute Laune haben. So wie es zur Karnevalszeit sein sollte.“

Das Tilly-Känguru versinnbildlicht, dass die Erde wegen der derzeitigen global grassierenden Pandemie weint. „Aber wir Karnevalisten wollen Frohsinn verbreiten. Deshalb blutet mir derzeit das Herz besonders. Unsere Aktion mit dem Känguru ist das Signal, dass das Brauchtum weiterlebt, dass wir Karneval im Herzen und im Blut haben“, erklärt Oskar Tasch-Schott, Präsident und Vorsitzender der Großen Karnevalsgesellschaft Kaiserswerth.

Erfahrungen, mit der Känguru-Aktion den Menschen ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern, haben der Wirt und der Präsident bereits gesammelt. Zwei Tage lang stand die Tilly-Skulptur, mit Karnevalsmusik beschallt, schon in Oberkassel. „Wir waren wahrscheinlich die größte närrische Präsenzveranstaltung in Düsseldorf an Altweiber“, meint Tasch-Schott. Nur, ob die Menschen, die am Belsenplatz vorbeigingen, auch geschmunzelt haben, war schwer festzustellen, denn auf das Tragen einer Mund-Nasen-Maske achteten die beiden Jecken. Getränke und Nahrungsmittel wurden nicht verkauft, wer sich kurzzeitig vor dem alten Bahnhof aufhielt, musste eine Mund-Nasen-Maske tragen, und Gespräche wurden nur mit 1,5 Metern Abstand geführt. Für Tasch-Schott und Unterwainig ist das nicht die Idealvorstellung einer Karnevalsfeier – zurzeit aber besser als nichts.