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Partner-Vermittlung zockte Senioren ab

Partner-Vermittlung zockte Senioren ab

Firmen-Chefin muss einem der Opfer 5000 Euro zahlen.

Düsseldorf. Mit der Einsamkeit von alten Menschen soll eine Partnervermittlung dunkle Geschäfte gemacht haben. Wegen Betruges in zehn Fällen mussten sich am Dienstag die Geschäftsführerin (54) und zwei ehemalige Mitarbeiter, 67 und 68 Jahre alt, vor dem Amtsgericht verantworten. Am Ende kam das Trio glimpflich davon. Fast die Hälfte der geladenen Zeugen war verstorben, dement oder nicht transportfähig.

Über Zeitungsanzeigen hatte die Firma, die nur einen Briefkasten an der Münsterstraße hatte, gezielt Senioren angesprochen und ihnen die große Liebe im reifen Alter versprochen. Wenn sich Interessenten meldeten, führten die beiden Mitarbeiter, eine Dame und ein Herr, beide verwitwet und sehr seriös, die ersten Gespräche. Sie sollen versprochen haben, dass die monatlichen Kosten höchstens 150 Euro betragen. Dass eine Gebühr von 9520 Euro fällig wird, sei auf den Verträgen so klein gedruckt gewesen, dass man es nur mit der Lupe lesen konnte. Viele Senioren unterschrieben.

Am nächsten Tag sei dann die 54-Jährige erschienen, um zu kassieren. Und zwar sehr konsequent. Sie fuhr mit einigen Opfern sofort zur Bank, um das Geld direkt mitzunehmen. Trotzdem erfüllten sich die Hoffnungen der Rentner in den meisten Fällen nicht. Die Agentur sei, so die Staatsanwaltschaft, gar nicht in der Lage gewesen, die versprochenen Partner zu vermitteln.

Doch am Ende war die Beweislage so dünn, dass die Strafverfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wurden. Die Agentur-Chefin muss einer Frau allerdings 5000 Euro Schadensersatz zahlen.