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Parteispitze stellt Kölner Stadtdirektor am Freitag vor

Spitzenkandidat : Stephan Keller wird OB-Kandidat der CDU in Düsseldorf

Der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller war von 2011 bis 2016 schon Verkehrsdezernent in Düsseldorf und soll nun bei der Wahl im September OB Thomas Geisel schlagen.

Der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller soll nach WZ-Informationen OB-Kandidat der CDU in Düsseldorf werden. Der 49-jährige ist in der Landeshauptstadt kein unbeschriebenes Blatt, wirkte er doch von Januar 2011 bis Ende 2016 als Verkehrs- und Ordnungsdezernent in Düsseldorf. 2016 wechselte der CDU-Mann dann nach Köln, blieb aber weiterhin in Düsseldorf-Wersten wohnen. Offiziell vorstellen will die CDU ihren Spitzenkandidaten und Herausforderer von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am kommenden Dienstag. Damit nimmt die langwierige Kandidatensuche der Düsseldorfer CDU nun offenbar noch einmal eine überraschende Wende. Denn vor neun Monaten erst dementierte Keller noch erste Spekulationen, er kehre als Spitzenkandidat seiner Partei nach Düsseldorf zurück.

Tatsächlich hatte die CDU-Spitze in Düsseldorf um Parteichef Thomas Jarzombek und Rüdiger Gutt, den Vorsitzenden der Ratsfraktion, zunächst eine Frau favorisiert: Hildegard Müller, Ex-Staatsministerin im Kanzleramt unter Angela Merkel. Doch Müller winkte ab und wird zum 1. Februar lieber Chefin des Verbandes der Automobilindustrie. Auch die Landtagsabgeordnete Angela Erwin, Tochter des 2008 verstorbenen OBs Joachim Erwin, stand nicht zur Verfügung. Ebensowenig wie Düsseldorfs Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert.

Stephan Keller hat im Düsseldorfer Rathaus einen guten Ruf

Nun soll es also Stephan Keller richten. Er hat im Düsseldorfer Rathaus einen guten Ruf, vor allem wegen seines seriösen Managements der Großprojekte Wehrhahn-Linie und Kö-Bogen-Tunnel. Aber auch, weil er schon unter CDU-OB Dirk Elbers und dann auch unter Geisel den Ausbau des Radwegenetzes betrieben hat. Auch das unter ihm eingeführte Glasverbot („scherbenfreie Altstadt“) an Karneval hat sich bewährt. Weniger gut gelitten war Keller dagegen bei den vielen Gaslaternen-Anhängern in Düsseldorf, weil er als Verkehrsdezernent für eine weitgehende Umrüstung auf LED stand.

Keller, geboren in Aachen, ist Jurist, verheiratet und Vater von drei Kindern. Er soll eine moderne, großstadtkompatible CDU verkörpern – nicht zuletzt deshalb, weil er ein passionierter Radfahrer ist. In Köln kommt er zu vielen Terminen mit dem Rad oder zu Fuß, im Herbst verzichtete er auf einen Chauffeur.

Als Problem im Wahlkampf könnte sich erweisen, dass er kein volkstümlicher Politiker ist. Wenn man ihn in Düsseldorf als sehr korrekten, sachbezogenen, durchaus sympathischen Spitzenbeamten erlebt hat, kann man ihn sich (noch) nicht so recht als mitreißenden Menschenfänger auf den Straßen und Plätzen vorstellen.

Zu tun bekommen wird es der CDU-Kandidat mit Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD), dem Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld (Grüne) und – als einziger Frau – mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Am 13. September ist die Kommunalwahl in NRW, zwei Wochen später findet eine etwaige Stichwahl zwischen den zwei stärksten Kandidaten statt.