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Parkplätze von Amts wegen?

Parkplätze von Amts wegen?

Das Land hat über 4000 Parkplätze in der Stadt. Aber nur 762 werden außerhalb der Bürozeiten freigegeben.

Düsseldorf. Der Samstagseinkauf beginnt oft mit Stress. Und hat man in der City endlich einen freien Parkplatz ergattert, pappt wenig später oft ein Knöllchen hinter der Windschutzscheibe. Dabei stehen rund um Behörden oder an Schulen jede Menge Parkplätze leer. "Ein ungenutztes Potenzial", findet der FDP-Landtageabgeordnete Robert Orth.

Auf seine Anfrage hin hat die Landesregierung aufgelistet, wo und wie viele Parkplätze zur Verfügung stehen. Von den mehr als 4000 Stellplätzen sind bislang 762 außerhalb der Bürozeiten freigegeben. "Zu wenig," findet Orth.

In den meisten Fällen werden Sicherheitsgründe angeführt. Orth: "Das kann ich beim Innenhof des Justizministeriums nachvollziehen, bei der Landesanstalt für Arbeitsschutz allerdings nicht." Außerdem sei in vielen Fällen lediglich ein bisschen Flexibilität gefragt: "Bei den Behörden an der Völklinger Straße befinden sich die Parkplätze im eingezäunten Bereich." Da könne man einfach den Zaun näher an die Gebäude setzen.

Beim Land- und Amtsgericht an der Mühlenstraße wird bereits eine bürgerfreundliche Lösung praktiziert. Die rund 30 Anwaltsparkplätze stehen täglich ab 17 Uhr und an den Wochenenden zur Verfügung. "Bislang hatten wir damit keine gravierenden Probleme", so Landgerichtssprecher Ulrich Thole, "ich kann mich nur an einen Fall erinnern, wo abgeschleppt werden musste. Da hatte jemand direkt vor der Zufahrt der Haftabteilung geparkt und war bis um 7.30 Uhr morgens noch nicht weg. Ansonsten rufen wir die Leute an, wenn sie ihre Wagen entfernen müssen. Die meisten legen ein Zettelchen in ihr Auto, weil die das schon kennen."

Gleich 294 Parkplätze stehen am Polizeipräsidium zur Verfügung. "Das sind für uns selbst schon viel zu wenig", schließt Polizeisprecher Wolfgang Rodax aus, dass dort jeder parken darf, "außerdem haben wir in Leitstelle oder Kriminalwache einen 24 Stunden-Betrieb."

Auch bei der Stadt tut man sich mit dem Thema Parkplatzfreigabe schwer. Besonders viele Flächen gibt es an den Schulen. Zuständig sind die Schulpflegschaften. Doch die befürchten, dass Autos noch morgens herumstehen.