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Düsseldorf: Park-Service-Firmen: „Das hat was von Hütchen-Spiel“

Düsseldorf : Park-Service-Firmen: „Das hat was von Hütchen-Spiel“

Stadt kann windige Park-Service-Firmen am Flughafen kaum verbieten, zumindest Kontrollen und Knöllchen helfen.

Düsseldorf. Seit Jahren ärgern die vom Boulevard als „Park-Mafia“ titulierten Parkservice-Firmen viele Düsseldorfer vor allem in Flughafen-Nähe. Denn weil so mancher windige Betrieb die Autos von Flugpassagieren einfach an Straßen in Unterrath, Rath, Lichtenbroich, aber auch auf Parkplätzen (Rennbahn, Seestern etc.) oder Brachflächen abstellt, schauen Düsseldorfer schon mal in die Röhre, wenn sie ihren Wagen daheim abstellen wollen. Im Beschwerdeausschuss der Stadt regte ein betroffener Anwalt Mittwoch an, dass die Stadt ihre gewerbe- und ordnungsrechtlichen Möglichkeiten konsequenter anwendet.

Doch die Rechtslage ist nicht einfach: Nutzen Parkdienste öffentlichen Straßenraum, ist das rechtswidrig. Doch diese Fahrzeuge sind oft nicht klar identifizierbar, erklärt Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann, Indizien wie fremde Kennzeichen müssten erhärtet, danach das Wildparken unterbunden werden. Doch das gelinge in der Praxis selten, zumal die Betreiber die Auseinandersetzung mit Behörden scheuten: „Sobald Schwierigkeiten eintreten, wird der Gewerbebetrieb eingestellt und von einem formal anderen Inhaber weitergeführt“, sagt Zimmermann. Und gegen den müssen die Behörden dann ganz neu ermitteln. „Das hat was von einem Hütchen-Spiel mit Firmen“. Einfach die Gewerbeerlaubnis zu verweigern, ist kaum möglich. Dass Parkfirmen zum Beispiel gar nicht über die für ihr Geschäft erforderlichen Flächen verfügen, reicht jedenfalls nicht.

Und so gibt es immer wieder Ärger mit den im Vergleich zu den Flughafen-Parkhäusern zwar sehr preiswerten, aber eben auch halbseidenen Anbietern. Mehr noch als Anwohner haben den die Kunden selbst. Ein ausgestiegener Mitarbeiter, der schon für mehrere Parkservice-Firmen tätig war, bestätigt gegenüber der WZ, dass viele Autos der Urlauber illegal irgendwo geparkt würden und dass Mitarbeiter auch damit herumfahren: „Da kommen schnell über 100 Kilometer zusammen, es gibt Unfälle mit Schäden, die nicht richtig beseitigt werden“, sagt er. Vor allem in den Schulferien gehe bei einigen schwarzen Schafen nichts ohne illegale Plätze. Reguläre Flächen in Flughafen-Nähe hätten nur die wenigsten Anbieter, zum Teil würden sie von größeren Parkfirmen schwarz untervermietet. „Es gibt Anbieter, deren ganzes Büro steckt in einem einzigen Kofferraum.“

Michael Zimmermann appelliert an die Kunden, nicht so leichtfertig zu sein: „Da geben Leute den Schlüssel ihres 85 000-Euro-Autos nur gegen einen Internet-Ausdruck an völlig unbekannte Leute.“ Trotz alledem: Die Stadt schaut dem Treiben nicht tatenlos zu. In den beliebten Park-Gebieten wird reguliert (24-Stunden-Limit), es wird kontrolliert und es gibt Knöllchen. Zimmermann: „Damit gehen wir aber vorsichtig um, damit nicht die Falschen bestraft werden.“ Immerhin: Selbst der Beschwerdeführer räumte ein, dass sich die Lage gebessert hat.