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Opern-Ehe wird neu verhandelt

Opern-Ehe wird neu verhandelt

Im Aufsichtsrat geht es am Mittwoch um die Zukunft der Häuser in Düsseldorf und Duisburg. Auf die Landeshauptstadt kommen erhebliche Kosten zu.

Düsseldorf. Mit einem fatalen Streit ums Geld begannen vor zweieinhalb Jahren die Gespräche über den Fortbestand der Opernpartnerschaft zwischen Düsseldorf und Duisburg. Fast wäre die langjährige Kooperation an der Auseinandersetzung zerbrochen, denn die Ruhrgebietsstadt pokerte hoch, als sie ankündigte, ihren Zuschussanteil erneut zu verringern und sich zu diesem Zweck notfalls von der Ballettsparte zu trennen.

Am Ende setzte Duisburg seine Streichung von einer Million Euro durch, und die Oper musste sich von der Unternehmensberatung Actori vorsagen lassen, wo das Geld einzusparen sei. Die Opern-Ehe war vorläufig gerettet, und der erfolgreiche Choreograf des Ballett am Rhein, Martin Schläpfer, verwarf seine Abwanderungspläne.

Jedoch bewog die unerfreuliche Vorgeschichte Düsseldorf und Duisburg dazu, von dem sonst üblichen Fünf-Jahres-Vertrag abzusehen und stattdessen lediglich eine Lösung über drei Jahre zu wählen. Die Vereinbarung läuft 2017 aus, weswegen sich beide Städte bis zum 31. Juli dieses Jahres entscheiden müssen, ob sie weiterhin kooperieren oder aber sich trennen wollen. Im Aufsichtsrat wird es darüber am Donnerstag erste Gespräche geben, und besonders die politischen Vertreter der Landeshauptstadt werden die Ohren spitzen, denn auf Düsseldorf müssen mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Dies hängt mit den Tarifsteigerungen beim Personal zusammen. Deren Anteil trägt Düsseldorf zu 72 und Duisburg zu 28 Prozent. Düsseldorf kommt also hier - ebenso wie bei der Bezuschussung der Oper für den Löwenanteil auf. Bislang berührte die Regelung den städtischen Haushalt nicht, denn die beiden Theater mussten die Tarifsteigerungen anscheinend aus dem laufenden Geschäft aufbringen.

Jetzt könnten Mehrkosten von jährlich mehr als 200 000 Euro auf die Landeshauptstadt zukommen, denn Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) schuf einen Präzedenzfall, als er seiner Parteifreundin Ute Schäfer, NRW-Kulturministerin, darin folgte, dem neuen Schauspielhausintendanten Wilfried Schulz zuzusagen, Stadt und Land übernähmen die Personalkostensteigerungen, auch wenn sie den regulären Zuschuss übersteigen. Der Dresdner Theatermann hatte dies anscheinend zur Bedingung für seinen Wechsel nach Düsseldorf gemacht.

Mit seinen kulturpolitischen Koalitionspartnern hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel seine Entscheidung für das Schauspielhaus nicht abgesprochen und damit erneut für Verstimmung gesorgt. Zuletzt war dies der Fall, als er ohne Vorwarnung - angesichts der sinkenden städtischen Rücklagen - die Förderung der Freien Szene zur Disposition stellte. FDP und auch Geisels eigene Partei, die SPD, mussten dies als Affront verstehen, da sie eine stärkere Unterstützung der Freien Szene stets als wichtiges Anliegen bezeichnet hatten. Den Grünen galt dies gar als maßgebliche Bedingung für die Ampelkoalition.

Wenn jetzt also Christoph Meyer, Intendant der Rheinoper Düsseldorf/Duisburg, die Hand aufhält, dürfte der Aufsichtsrat ihm eine Hilfe nur schwer verweigern können. Zumal Meyer ein sportliches Sparprogramm bereits durchgesetzt hat und auch Politiker auf seiner Seite weiß, die maulen, der Opernetat dürfe nicht weiter belastet werden, sonst käme es zu Qualitätseinbußen.