Düsseldorf: Ombudsmann im Rathaus: Der Mann für alle Mängel

Düsseldorf: Ombudsmann im Rathaus: Der Mann für alle Mängel

Anregungen, Beschwerden, Wünsche: Zwei Ombudsleute im Rathaus sind online, telefonisch und persönlich für die Bürger da.

Düsseldorf. Ein illegaler Sperrmüllberg auf dem Bürgersteig. Eine kaputte Laterne vor der Haustür. Ein gefährlich-wackelnder Stein im Bürgersteig. Oder Ärger mit dem Mitarbeiter eines städtischen Amtes. Das alles sind Fälle für Ombudsmann Dirk Bommes und seine Kollegin Tanja Pierling. Die beiden Ombudsleute sitzen im Rathaus, sind als Stabstelle im Büro des Oberbürgermeisters angesiedelt. Und auf der Internetseite der Stadt zum „Ideen- und Beschwerdemanagement“ ermuntert Oberbürgermeister Thomas Geisel die Bürger: „Dieses Angebot können Sie ganz ohne Berührungsängste und kostenlos in Anspruch nehmen.“

Es ist ein freiwilliger Service der Stadt. Die Möglichkeit, Mängel direkt im Internet zu melden, beschloss der Stadtrat vor zwei Jahren. Mit der Neugestaltung des Internet-Auftritts der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr können die Düsseldorfer nun ihre Anliegen auch online mitteilen.

Auf der Seite der Stadt (www.duesseldorf.de) braucht man nur den Suchbegriff „Mängelmelder“ einzugeben. Dann kommt man zum Ideen- und Beschwerdemanagement. Damit die Emails der Bürger dann nicht von Hü nach Hott weitergeleitet werden, kann man bei der Eingabe des Anliegens bereits eine Themenauswahl treffen: wilde Müllkippe, kaputtes Spielgerät, Schäden und Hindernissen auf Radwegen, Schlaglöcher in Straßen oder Ordnungsangelegenheiten. Dann landen die Eingaben, die nicht anonym gemacht werden dürfen, sofort bei den zuständigen Ämtern, wie beispielsweise Garten- oder Umweltamt. Der Absender bekommt eine Empfangsbestätigung.

Beim Punkt „Sonstiges“ kommt dann Ombudsmann Dirk Bommes ins Spiel. Denn all das Sonstige landet bei ihm und seiner Kollegin. Beispielsweise, wenn jemand sich ärgert, dass er beim Einwohnermeldeamt oder bei der Kfz-Zulassungsstelle zu lange auf einen Termin warten musste oder eine Dienststelle telefonisch nicht gut erreichbar ist.

Fünf bis 25 Beschwerde-, Mängel- und Wunsch-Emails erreichen Bommes im Schnitt täglich. Dazu kommen Briefe mit Anliegen von zumeist älteren Bürgern. Doch der Ombudsmann ist auch telefonisch erreichbar und persönlich. „Hier kann man immer hinkommen, auch ohne sich anzukündigen“, sagt der 46-Jährige.

Und so zählt er auch viele Spontanbesuche von aufgebrachten Bürgern. Viele verstehen Bescheide nicht, sind uneinsichtig, wenn sie eine Knolle bekommen haben. „Wir sind hier natürlich kein Wunscherfüllungsbüro. Aber wir helfen gerne, pragmatisch und schnell,“ sagt Bommes. „Ich lasse hier niemanden durch den Rost fallen. Aber wenn jemand falsch geparkt hat, dann mache ich ihm auch klar, dass er besser die Verwarnung bezahlen sollte.“

Bommes ist seit gut 25 Jahren bei der Stadt beschäftigt. Hat in der Zentralen Ausländerbehörde gearbeitet, später im Amt für Verkehrsmanagement und danach im Hauptamt. Seit fünf Jahren ist der gebürtige Mönchengladbacher, der inzwischen in Düsseldorf lebt, im Rathaus der Ombudsmann. Durch seine vorherigen Aufgaben ist er in der Verwaltung gut vernetzt. Er verzichtet bewusst auf Schlips und Anzug. Seine Besucher sollen keine Distanz spüren.

Lärm, Müll, Schmutz — das sind die Mängel, die die Düsseldorfer am häufigsten beklagen. Aber es gibt auch besondere Anfragen, bei denen Dirk Bommes nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. So wollte die Familie eines todkranken Jungen diesem vor gut zwei Jahren einen Lebenswunsch erfüllen. Der Junge wollte unbedingt eine Graffitiwand im öffentlichen Raum gestalten. Die Ombudsleute fanden nahe der Oper eine solche Wand, die der Stadt gehört. Nur zwei Wochen nach der Aktion ist der Junge gestorben. Bommes bekommt heute noch eine Gänsehaut, wenn er an diese Geschichte zurückdenkt.