Ohne die Helfer läuft bei Parkrun im Düsseldorfer Volksgarten nichts

Freizeit : Parkrun: Ohne die Helfer läuft im Düsseldorfer Volksgarten nichts

Beim Parkrun laufen jeden Samstag Menschen auf der ganzen Welt fünf Kilometer. Ein Helferteam organisiert den Lauf im Volksgarten.

Christiane Todt wollte jahrelang nichts vom Laufen wissen. Während ihr Mann regelmäßig einige Kilometer zurücklegte, war sie sich sicher, dass dieser Sport absolut nichts für sie ist. Doch wie so oft kam die Wende nach einem Arztbesuch. „Der Arzt riet mir aufgrund meiner Osteoporose zum Laufen. Er sagte, die Stoßbewegung sei das Beste für meine Knochen“, sagt die 55-Jährige. Das ist fünf Jahre her. Mittlerweile läuft Christiane Todt  mindestens dreimal in der Woche. „Es ist mir wahnsinnig wichtig geworden“, sagt sie. „Der erste Kilometer ist meist hart, dann aber kommt man in den Flow und ab dann macht es einfach nur noch Spaß“, schwärmt sie. Und das Gefühl danach, wenn man es dann geschafft hat, sei unbeschreiblich.

Dieses Gefühl möchten Christiane Todt und die anderen Düsseldorfer, die den Parkrun im Volksgarten organisieren, mit anderen Läufern teilen. Seit knapp einem Jahr findet der Lauf jeden Samstag statt. Fünf Kilometer gilt es zurückzulegen, jeder kann kostenfrei teilnehmen. Die Idee dazu kommt aus Großbritannien. Im Mutterland von Parkrun gibt es hunderte Läufe. Auch in Deutschland wächst die Bewegung. Neben Düsseldorf gibt es im Rheinland auch Parkruns in Köln und Bonn.

Gegründet wurde der Düsseldorfer Ableger von Nora Will, Rebecca Roes und Peter Rutherford. „Ich habe den Parkrun in Schottland kennengelernt, als ich meinen Master machte“, erzählt die 32-jährige Nora Will. Eine Freundin machte sie darauf aufmerksam, nach der ersten Teilnahme blieb sie Samstag für Samstag dabei. Zurück in Düsseldorf folgte sie einem Aufruf  der deutschen Dachorganisation auf Facebook, die Veranstaltung in Düsseldorf zu etablieren. Auch Peter Rutherford, der Parkrun in seiner Heimat Südafrika  kennengelernt hatte und Rebecca Roes, die regelmäßig in England mitgelaufen war, hatte das Fieber gepackt. „Wir drei haben uns dann getroffen. Und der Plan wurde in die Tat umgesetzt“, erzählt Nora Will.

In enger Abstimmung mit der Stadt wurden ein Park bestimmt und die Strecke vermessen. Das Equipment, Hütchen, Fahnen und Westen, stellt Parkrun Deutschland, „für die Organisation vor Ort braucht es aber mindestens fünf ehrenamtliche Helfer. Es mussten also Leute gefunden werden, die bereit sind, jeden Samstag verschiedene Aufgaben zu übernehmen“, sagt Christiane Todt. Darunter jemanden, der die Zeit nimmt, den Zieleinlauf organisiert oder den Schlussläufer macht. Denn: „Kein Teilnehmer geht als letzter ins Ziel. Das ist immer jemand aus unserem Helferteam“, betont Nora Will.

Wollen Laufen im Park als Gemeinschaftserlebnis etablieren: Das Helferteam von Parkrun im Volksgarten. Darunter die Initiatoren Rebecca Roes (2.v.l.), Peter Rutherford (links) und Nora Will (4. v.r.) und die Koordinatorin Christiane Todt (4.v.l.). Foto: Uwe Zimmermann

Seit Mai 2019 nehmen jeden Samstag durchschnittlich 28 Läufer teil. Sogar bei Starkregen standen zuletzt 18 Läufer an der Startlinie. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt 27 Minuten. „Solche Zeiten sollten niemanden abschrecken. Niemand muss schnell sein“, betont Nora Will. „Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Läufer hinzukommen, auch welche, die langsamer sind.“  Die Strecke durch den Volksgarten sei für alle Altersklasse und Trainingsstufen geeignet. Sie könne sprintend, joggend oder auch gehend zurückgelegt werden.

Wer möchte, kann sich auf der Parkrun-Seite kostenfrei registrieren. Dann erhält der Teilnehmer einen Barcode, der ausgedruckt zum Lauf mitgebracht werden muss. Dieser wird nach dem Zieleinlauf von einem Helfer gescannt und somit die Zeit erfasst. Auf der Internetseite kann der Läufer dann erfahren, wie schnell er war. Mit dem Barcode kann auch an allen anderen Parkuns teilgenommen werden – weltweit.

Auch deshalb gehen jede Woche im Volksgarten viele Touristen an den Start. Läufer aus Großbritannien, Südafrika, Australien oder Norwegen. „Es ist ganz toll zu sehen, wie man über den Sport zusammenfindet. Alle Teilnehmer sind gut gelaunt und offen“, schwärmt Christiane Todt. „Und sie bedanken sich dafür, dass wir diesen Lauf organisieren.“