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Ob Kinder oder Senioren: Der Run auf Sportvereine hält an

Ob Kinder oder Senioren: Der Run auf Sportvereine hält an

Schon jeder vierte Düsseldorfer ist in einem Klub. Am stärksten boomt natürlich der Fußball.

Düsseldorf. Treiben Sie Sport? Ja natürlich. In Düsseldorf haben zuletzt 85 (!) Prozent der repräsentativ befragten Düsseldorfer zwischen zehn und 75 Jahren so geantwortet. Gewiss, eingerechnet ist hier auch die sogenannte „bewegungsaktive Erholung“ (z.B. Spaziergänge, gemütliches Radfahren).

Bei Jungs ist der Fußballverein „in“ wie nie zuvor.
Bei Jungs ist der Fußballverein „in“ wie nie zuvor. Foto: Schaffmeister/ Hellerhofer SV

Dennoch: Aktiver Sport ist absolut „in“. Und das gilt keineswegs nur für die überall aus dem Boden schießenden Fitnessclubs oder für andere seit langem angesagte individuelle Arten der körperlichen Ertüchtigung wie Joggen, Nordic Walking, Skaten, Klettern oder Gesundheits- und Präventionssport.

Nein, auch und gerade der Vereinssport boomt. Das beweist der neu erschienene Bericht der Stadt mit dem Titel „Sport und Bewegung in Düsseldorf“.

Die Statistiker zeigen, dass die Zahl der Vereinsmitglieder steigt und steigt: 2002 waren es noch knapp 110 600, 2009 schon 119 300, Ende 2012 sprang die Zahl auf fast 151 000 hoch — ein Zuwachs von fast 37 Prozent in zehn Jahren. Damit ist jeder vierte Düsseldorfer Mitglied in einem Sportverein.

Natürlich kann daraus nicht geschlussfolgert werden, dass dermaßen viele Düsseldorfer wirklich Sport treiben in ihrem Verein. Herauszurechnen ist insbesondere der „Fortuna-Effekt“, also die zwischen 2010 und 2012 erfolgte „Explosion“ der F95-Mitgliederzahl von 5850 auf 22 600.

Trotzdem gilt: Sport im Verein wird immer beliebter. Hier die wesentlichen Details: Männer sind mit 62 Prozent immer noch klar stärker vertreten. Zuwächse melden die Vereine in allen Altersgruppen — außer in der von 27 bis 40 Jahre, da herrscht schon seit Jahren Schwund. Den größten Anstieg gibt’s bei kleinen Kindern (0-6): plus 79 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Aber auch die älteren Semester zieht es in die Sportvereine, bei Ü 60 beträgt der Zuwachs 57 %.

Was die Sportarten betrifft, regiert selbstredend „König Fußball“. Vor allem bei Kindern ist der Run auf die Klubs von diesen kaum noch zu bewältigen, erst recht seit dem WM-Gewinn im Sommer: Vier oder gar fünf Teams pro Verein sind bei F- oder E-Junioren keine Seltenheit mehr.

Fußball ist also mit fast 44 Prozent bei Jungs die Nummer eins, meilenweit vor Turnen (8 %), Tennis und japanischen Kampfsportarten. Aber auch bei Mädchen rangiert der Fußball mit 17 % bereits auf Rang zwei, hinter Turnen (21 %) und vor Tennis und Leichtathletik. Bei den Jüngeren (bis 19 Jahre) spielt neben den genannten Sportarten nur noch Schwimmen eine erwähnenswerte Rolle.

Einen vergleichsweise hohen Altersdurchschnitt verzeichnen auf der anderen Seite erwartungsgemäß Golf sowie Tennis (nur jeder vierte ist da unter 19) und Volleyball, wo mehr als zwei Drittel der Mitglieder älter als 41 sind. Sehr beliebt bei Oldies ab 60: Wandern, Segeln und Gymnastik — alles im Verein.