Nur geografisch mitte-links, politisch sehr unterschiedlich

Nur geografisch mitte-links, politisch sehr unterschiedlich

Der Wahlkreis 42 umfasst bunte Viertel wie Oberbilk und das konservative Linksrheinische.

Düsseldorf. Von seinen Ausmaßen ist der Wahlkreis42 mitte-links und der Rhein ist die Grenze: Er umfasst Stadtteile in der Innenstadt wie Bilk, Oberbilk und den Hafen, zu ihm gehören aber auch linksrheinische Viertel wie Ober- und Niederkassel, Heerdt und Lörick. Insgesamt neun Direktkandidaten kämpfen in Düsseldorf III noch bis Sonntag um die Stimmen von 102431 Wahlberechtigten, so viel wie sonst nur im Norden. Realistische Siegchancen haben im 42er nur CDU-Mann und Ratsherr Stefan Wiedon sowie Dirk Jehle von der SPD.

Beide sind darauf angewiesen, den Wahlkreis direkt zu holen, auf der Reserveliste steht Wiedon auf Platz 104, Jehle ist mit Nummer 75 auch nicht viel besser bedient. Es dürfte auf eine Kopf-an-Kopf-Rennen hinauslaufen. 2005 lag der Abstand zwischen dem Zweitplatzierten und dem damaligen Gewinner im Wahlkreis, Thomas Jarzombek, bei gerade mal 4,8 Prozentpunkten.

Beide sind unter den Kandidaten der vier großen Parteien die erfahrensten und ältesten. Stefan Engstfeld von den Grünen ist fast elf Jahre jünger als Jehle, FDP-Kandidat Rainer Matheisen ist gerade mal Jahrgang 1980. Was ihm vermutlich in Bilk, Oberbilk oder im (Medien-)Hafen einen kleinen strategischen Vorteil verschaffen könnte. Die Stadtteile sind durch die Nähe zur Uni studentisch geprägt, und Matheisen war Vorsitzender des Asta. Zudem bewegt er sich durch soziale Internet-Plattformen wie Facebook, Twitter und Studi VZ auf Bildschirmhöhe von Neu- und Jungwählern.

Auf jüngere Wähler setzen auch die Grünen, die laut Wahlanalyse 2005 vor allem in der Gruppe der 25- bis unter 45-Jährigen punkten konnten. Ihre Hochburgen sind die Stadtteile Unterbilk und die Friedrichstadt, wo sie auch zulegen konnten. Allerdings haben sie stadtweit beim vorigen Wahldurchgang an Stimmen verloren. Die einzige Partei, die zulegen konnte, war die CDU. Allein in Ober- und Niederkassel waren es an die zehn Prozentpunkte. Das Linksrheinische gilt als Hochburg der Konservativen.

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