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Nur durch Zufall kamen keine Menschen zu Schaden.

Prozess : Baum stürzte um: Stadt soll geschlampt haben

Gutachter macht dem Gartenamt schwere Vorwürfe. Der Sachschaden beträgt 70 000 Euro.

Das hätte auch Menschenleben kosten können. Am 20. Oktober vor zwei Jahren war abends an der Lorettostraße eine 20 Meter hohe Korbinie umgestürzt. Mehrere Autos und eine Hausfassade wurden dabei erheblich beschädigt. Der Schaden wird auf 70 000 Euro geschätzt. Nun macht ein Gutachter der Stadt schwere Vorwürfe. Sie habe sich zehn Wochen lang nicht darum gekümmert. Bis der große Baum schließlich kippte.

Ein Techniker hatte Klage vor dem Landgericht eingereicht. Die Reparatur seines BMWs hätte 15 000 Euro gekostet. Deutlich mehr als der Restwert des Fahrzeuges. Er  fordert 4400 Euro von der Stadt einschließlich Abschlepp- und Anwaltskosten und hat gute Aussichten, den Rechtsstreit zu gewinnen.

Bereits im August 2016 hatte sich der Baum zur Seite geneigt. Ein Landschaftsarchitekt hatte das fotografiert und das Gartenamt informiert . Der Gutachter stellt fest, dass die Robinie unter Wurzelfäule litt. Wahrscheinlich habe man  die Wurzeln beim Verlegen von Versorgungsleitungen gekappt. Darum hätte der Baum regelmäßig kontrolliert werden  müssen. Der Mitarbeiter des Gartenamtes, der sich den Baum angesehen hat, sei nicht kompetent genug gewesen, um das Gefahrenpotenzial zu erkennen. Der Prozess wird nun fortgesetzt.