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Versicherung: Nottransport aus der Türkei: ADAC will nicht zahlen

Versicherung : Nottransport aus der Türkei: ADAC will nicht zahlen

Familie musste 20 000 Euro für den Heimflug vorstrecken. 79-Jähriger hatte angeblich eine Vorerkrankung.

Düsseldorf. Kostenlosen Rücktransport nach Deutschland verspricht der ADAC seinen Versicherten. Doch das funktioniert nicht immer reibungslos. Als Alfred K. im November vor zwei Jahren in der Türkei mit Herz-Rhythmus-Störungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, musste seine Familie 20 000 Euro für den Flug vorstrecken. Das Geld wurde bis heute nicht zurückerstattet — obwohl der Rentner sich zwei Tage vor dem Reisenantritt noch bei seinem Hausarzt durchchecken ließ. Angeblich hatte Alfred K., der inzwischen mit 79 Jahren verstorben ist, eine Vorerkrankung. Nun muss das Landgericht entscheiden.

Die Reise in die Türkei wird Vera M. nie vergessen. Mit ihrer Mutter und deren Lebensgefährten wollte sich die Familie an der türkischen Riviera ein paar schöne Tage machen. Zwei Tage vorher war Alfred K. noch beim Doktor. Vera M.: „Der hat ihn untersucht und einen schönen Urlaub gewünscht.“

Im Urlaub bekam der Rentner dann plötzlich Atembeschwerden und Herzflimmern. Drei Tag lag Alfred K. auf der Intensivstation, dann wurde er auf ein normales Zimmer verlegt. „Aber es war klar, dass er nicht mit einem normalen Flieger nach Deutschland zurückkehren kann“, berichtete die 59-Jährige. Beim türkischen ADAC war von einem kostenlosen Rücktransport keine Rede: „Wir wurden samstags aufgefordert, bis Montag 20 000 Euro einzuzahlen und eine Quittung vorzulegen. Sonst hätte er am Dienstag nicht mitfliegen können. Die haben uns regelrecht erpresst.“

Das ganze Wochenende wurde telefoniert, um das Geld bei Verwandten und Freunden aufzutreiben. Natürlich immer in dem Glauben, dass der ADAC die Kosten übernimmt. Daheim kam dann die böse Überraschung. Trotz der Untersuchung beim Hausarzt will die Versicherung nicht zahlen. Denn zwei Monate vorher wurde Alfred K. wegen einer Lungenerkrankung im Krankenhaus behandelt. Das sei angeblich eine Vorerkrankung. Der Richter wird am 14. Mai eine Entscheidung treffen.